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Rückzugsort für Schüler
Still, still, still

In der Herzog-Wolfgang-Realschule steht den Schülern ab sofort ein "Raum der Stille" zur Verfügung. Dort können die Kinder zur Ruhe kommen oder auch in Phasen der Trauer einen Ort finden, an dem sie ganz bei sich sind.
In der Herzog-Wolfgang-Realschule steht den Schülern ab sofort ein "Raum der Stille" zur Verfügung. Dort können die Kinder zur Ruhe kommen oder auch in Phasen der Trauer einen Ort finden, an dem sie ganz bei sich sind. FOTO: David Oliver Betz / red
Zweibrücken. Die Zweibrücker Herzog-Wolfgang-Realschule hat am Standort Mozartstraße den „Raum der Stille", einen Rückzugsort für die Schüler, eingeweiht. Von David Oliver Betz

Die Herzog-Wolfgang-Realschule hat an ihrem Standort in der Mozartstraße nun einen Raum der Stille. Dort können die Kinder zur Ruhe kommen, meditieren oder sich bei Problemen, etwa einem Trauerfall in der Familie, zurückziehen. Schulleiterin Rita Sutter-Deßloch betonte, das man damit auch der Tatsache Rechnung trage, dass es im Leben um viel mehr als nur das Lernen von Inhalten gehe.

Vor gut eineinhalb Jahren wurde die Idee geboren. Über die Sommerferien wurde dann mit der Einrichtung des Raumes begonnen. Herausgekommen ist ein heller, freundlicher Schulsaal. „Parkett war dort bereits verlegt, das musste nur abgeschliffen werden“, so Sutter-Deßloch. Im Raum befindet sich ein großer runder Teppich für Meditations- und Achtsamkeitsübungen, sowie eine Sitzecke für Gespräche und weitere Übungen.

Zur Einweihung waren Monika Schuster vom Bistum Speyer und Gisela Scherer von der evangelischen Landeskirche zu Gast, die zusammen 1000 Euro zur Einrichtung dazugegeben haben und noch einmal 250 Euro für pädagogisches Material spenden. Als Gastgeschenk gab es eine nepalesische Klangschale – auch sie wird im „Raum der Stille“ bei Meditationen zum Einsatz kommen.



Der Raum soll allen Konfessionen und Religionen offen stehen. So sind neben Meditationen auch Andachten geplant etwa zu Ostern oder auch zum Ramadan. Es soll ein leistungsfreier Rückzugsraum für Schüler und Lehrer werden, an dem man zu sich selbst finden kann. Laut Konzept soll der Raum auch Fantasie und Kreativität fördern.

Geplant ist zudem, dass im Rahmen der Ganztagsschule auch Atem- und Yoga-Übungen dort stattfinden können. Aber auch meditative Phasen, die in den Unterricht eingebaut werden können, sollen dort stattfinden. Nicht zuletzt soll der Raum auch dafür da sein, um in Gesprächen in Krisensituationen oder Trauerzeiten einen Rückzugsort zu bilden. Dinge, wie Sutter-Deßloch betonte, die im Schulalltag wichtig sind, aber eben auch oft zu kurz kommen.

Gestaltet wurde der Raum auch durch viel Eigenleistung der Lehrer und Schüler, unterstützt auch durch Sachspenden Zweibrücker Firmen. Die Bilder an der Wand haben die Kinder selbst gemalt. Entstanden ist so ein sehr fröhlicher, aber keineswegs überladener Saal. Betreten darf man ihn nur ohne Schuhe. Die vielen neugierigen Schüler, Eltern und auch Großeltern konnten den Raum gleich in Gruppen ausprobieren.

Bei kleinen Achtsamkeits- und Meditationsübungen konnte man so am eigenen Leib erfahren, wie sich das recht abstrakt wirkende Konzept in der Realität anfühlt. Aus dem Saal kamen dann auch nur Menschen mit lächelnden Gesichtern, die entspannt wirkten. Der Raum der Stille funktioniert also.