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Einwohnerfragestunde im Stadtrat
Fußgänger kommen bald sicherer zu Netto

Seit der Eröffnung des Netto-Markts Ende März überqueren noch deutlich mehr Fußgänger als früher die die Canada-Siedlung zerschneidende stark abschüssige und breite Steinhauser Straße. Hier ist nun eine Mittelinsel geplant.
Seit der Eröffnung des Netto-Markts Ende März überqueren noch deutlich mehr Fußgänger als früher die die Canada-Siedlung zerschneidende stark abschüssige und breite Steinhauser Straße. Hier ist nun eine Mittelinsel geplant. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Überraschende Wende: Die Stadt sieht jetzt doch Möglichkeiten, Fußgängern den Weg über die Steinhauser Straße zu erleichtern. Von Lutz Fröhlich

Noch Ende Mai hatte Bürgermeister Christian Gauf (CDU) im Stadtrat Hoffnungen eines fragenden Bewohners der Canada-Siedlung zerschlagen, man könne die Überquerung der vier Fahrstreifen der Steinhauser Straße in Höhe des neu eröffneten Netto-Supermarkts erleichtern: Tempo 30 sei dort nicht möglich. Querungshilfen seien bei Landesstraßen schwierig, auch die Kosten sprächen dagegen. Er wolle wegen Querungshilfen aber noch Kontakt mit dem LBM (Landesbetrieb Mobilität) aufnehmen. Kurz zuvor war dort eine Passantin von einem Auto tödlich erfasst worden.

In der Juni-Ratssitzung gab es dann für die Fußgänger, die den 100 Meter weiten Umweg über die Unterführung vermeiden wollen, eher noch unangenehmere Nachrichten: SPD-Ratsmitglied Wolfgang Ohler regte an, dort ein 100 Meter langes Absperrgitter aufzubauen, um zu verhindern, dass Passanten über die stark befahrene, breite und abschüssige Straße laufen und so gefährdet werden – Gauf kündigte an: „Wir prüfen das.“

Diesen Mittwochabend nun startete in der Einwohnerfragestunde eine andere Bürgerin, Leni Barfs, einen neuen Anlauf, um auf eine Querungshilfe zu drängen. Die Seniorin fragte: „Wie kann es die Stadt verantworten, dass es bei der bekannten Gefahrensituation bleibt? Leute mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl seien einem erhöhten Unfallrisiko ausgesetzt, solange es keine Querungshilfe wie eine Verkehrsinsel gibt, da sie die Unterführung nicht nutzen könnten: „Da verkanten sich die Räder und man stürzt.“ Für eine Verkehrsinsel wäre doch reichlich Platz. Von der Stadt geäußerte rechtliche Bedenken gegen eine Querungshilfe wies Barfs zurück: Wegen der Sicherheit habe „die Stadt ein berechtigtes Anliegen – da sollte es möglich sein, grünes Licht vom Land zu bekommen“.



Für Barfs überraschend präsentierte Bürgermeister Gauf dann eine für sie erfreuliche Lösung, auf die man sich nach einem Ortstermin mit LBM und UBZ (Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken) geeinigt habe.

Gauf kündigte gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen an: „In einem ersten Schritt kommt eine provisorische Querungshilfe in Höhe des Netto-Markts, unter anderem mit einer Verengung der Fahrbahn und einer Mittelinsel.“ (Fahrbahn-Verengungen sorgen üblicherweise auch dafür, dass langsamer gefahren wird, Anm. d. Red.) Zudem plane man „Anrampungen“, um den Höhenunterschied an der Bordsteinkante auszugleichen, erläuterte Gauf. Dann werde eine Geschwindigkeits-Messanlage installiert „als Daten-Grundlage für eine dauerhafte Einrichtung“. Auch neue Verkehrsschilder würden aufgestellt, um auf querende Fußgänger aufmerksam zu machen. Zum Zeitplan sagte Gauf: „Im nächsten Bauausschuss wird das behandelt und dann schnellstmöglich umgesetzt.“ Gauf erinnerte daran, dass die SPD mal einen Antrag zur Verkehrsberuhigung in der Steinhauser Straße gestellt habe.