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Anliegerversammlung
Statt Bäumen mehr Parkplätze gefordert

Die Hofenfelsstraße in Niederauerbach wird zwischen den Einmündungen „Ackerweg“ (hinten) und „Auf dem Kissel“ ausgebaut.
Die Hofenfelsstraße in Niederauerbach wird zwischen den Einmündungen „Ackerweg“ (hinten) und „Auf dem Kissel“ ausgebaut. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Anlieger der Hofenfels­straße kritisieren, dass die Stadt sie erst nach dem Ausbau-Beschluss über die Pläne informiert hat. Von Fritz Schäfer

„Wir wollen doch eine lebenswerte Stadt! Und dazu gehören auch Bäume“, gab sich FDP-Ratsfraktionschefin Ingrid Kaiser beim Infoabend für die Anlieger zum Ausbau der Hofenfelsstraße in Niederauerbach selbst die Antwort auf die Frage, ob es Gründe für die Baumpflanzungen gebe. Denn die 17 vom Bauamt geplanten Bäume sorgten in der Versammlung im Herzogssaal für Kritik von mehreren Anliegern.

Statt der Bäume fordern die Kritiker mehr Parkplätze. Das wären zumindest 17 mehr, sagte eine Anliegerin. Einer meinte, dass die Gewerbetreibenden unter fehlenden Parkplätzen litten. Der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD) hielt dem entgegen, dass bei der Information der Gewerbetreibenden vor drei Wochen Parkplätze kein Thema waren. Andreas Wente, Vorstandsmitglied der VT Niederauerbach, befürchtet durch fehlende Parkplätze Beeinträchtigungen für die älteren sporttreibenden Mitglieder.

Nach dem von Kerstin Leßmeister vom Dahner Planungsbüro Dilger vorgelegten Plan entstehen in dem Bauabschnitt zwischen der Pirmasenser Straße und Auf dem Kissel 28 Plätze in Parkbuchten (davon einer für Behinderte). Bisher könnten 55 Pkw am Straßenrad und dem Gehweg parken. Pirmann wies darauf hin, dass es auch künftig möglich sei, dass nach der Straßenverkehrsordnung auf der Straße zu parken. Laut Leßmeisters gibt es dann insgesamt 56 Plätze in den Parkbuchten und auf der Straße. Ein Anlieger befürchtet, dass in zwei, drei Jahren das Parken auf der Straße verboten werden könnte. „Das ist nicht geplant“, versicherte Pirmann: „Wer sein Fahrzeug ordnungsgemäß abstellt, kann weiter parken.“



Die Notwendigkeit des Ausbaus begründete Leßmeister mit den Rissen in der Fahrbahn, Senkungen in den Bürgersteigen und geschädigten Bordsteinen. Zudem seien die Bushaltestellen nicht barrierefrei. Zunächst werde die Straße 60 Zentimeter ausgekoffert. „Könnte mein Haus dadurch beschädigt werden?“, befürchtete ein Anlieger. Pirmann antwortete, dass Anlieger Besonderheiten, wie nicht unterkellerte Häuser, vor Baubeginn mitteilen sollten. Zudem würden im Vorfeld die Häuser in Augenschein genommen.

Die Straße wird 30 Zentimeter schmäler. „Sechs Meter reichen aus“, sagte Leßmeister. Durch die Verschwenkungen werde die Geschwindigkeit reduziert und Raum für die Parkbuchten geschaffen. Die Bäume würden in vier Meter durchmessende Pflanzscheiben gepflanzt werden. „Das ist weniger als ein Parkplatz!“ Außer den Bushaltestellen mit einem höheren Bordstein werde auch der Fußgängerüberweg barrierefrei gestaltet.

Der 520 Meter lange Teil der Hofenfelsstraße in Niederauerbach wird zwischen April und Dezember 2019 ausgebaut. Zunächst zwischen Kissel und Ackerweg, danach vom Ackerweg zur Pirmasenser Straße. Während der Vollsperrung können keine Pkw dort fahren. Gehwege würden so weit möglich provisorisch eingerichtet. Die Baufirmen übernähmen den Transport der Mülltonnen. Der Sportplatz an der Sporthalle werde während der Bauzeit als Parkplatz ausgewiesen.

Ein Anlieger beklagte, dass man rst jetzt informiert werde, nachdem der Bauausschuss bereits über die Pläne entschieden hat. SPD-Ratsfraktionsvize Thorsten Gries wies darauf hin, dass über den Ausbau schon lange diskutiert werde und die Ausschusssitzung sei über Presse und Internet angekündigt wurde. FWG-Fraktionschef Kurt Dettweiler betonte, dass sich die Bauausschussmitglieder Gedanken gemacht über den Plan gemacht hätten. Und auch die Sorgen der Gewerbetreibenden ernst nähmen. Gries: „Wir haben versucht, das Bestmögliche herauszuholen.“ Kaiser: „Wenn die Straße ausgebaut ist, ist es ein Gewinn für Niederauerbach.“