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Mehrbelastung im Oberbürgermeister-Wahlkampf
Pirmann krank: Gauf muss Stadt alleine führen

Der Zweibrücker Beigeordnete Henno Pirmann (SPD).
Der Zweibrücker Beigeordnete Henno Pirmann (SPD). FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Die Personalnot an der Zweibrücker Stadtspitze hat sich weiter verschärft. Aus dem eigentlich dreiköpfigen Stadtvorstand ist seit dieser Woche nur noch ein einziger Dezernent aktiv im Amt: Bürgermeister Christian Gauf.

Denn nach dem Tod von Oberbürgermeister Kurt Pirmann am 25. Juni 2018 und bereits zuvor in der Zeit von dessen monatelanger Erkrankung hatte Gauf zu seinen eigenen vier Dezernatsbereiche bereits drei der vier Bereiche des OB übernommen. Doch jetzt fällt auch noch die Nummer drei im Stadtvorstand aus, der (ebenfalls hauptamtliche) Beigeordnete Henno Pirmann. Der SPD-Politiker war zuletzt neben seinen vier eigenen Dezernatsbereichen auch für das von Kurt Pirmann übernommene Baudezernat zuständig. Auch diese fünf Dezernatsbereiche muss nun Gauf noch mitschultern – in einer Zeit, in der er als Oberbürgermeister-Kandidat bis zur Wahl am 23. September auch zahlreiche Wahlkampf-Termine wahrnehmen muss. Weshalb wohl am Mittwochabend im Stadtrat nicht in der SPD-, sondern der CDU-Fraktion lautes Aufstöhnen und „Nein, nicht der auch noch!“ zu hören war, als Gauf informierte, dass Henno Pirmann nicht wie sonst neben ihm sitze, weil er für die nächsten drei Wochen krankgeschrieben sei.

Was würde theoretisch passieren, wenn auch noch Gauf aus irgendeinem Grund ausfiele? Sitzungen würde dann das älteste Stadtratsmitglied leiten, erklärte Stadtsprecher Heinz Braun gestern auf Merkur-Anfrage. Das wäre dann der 79-jährige Dietmar Runge (FDP). Auch dank der Amtsleiter laufe aber die Verwaltung derzeit gut weiter. Wer aber übernähme die politische Führung der Verwaltung, wenn alle Beigeordneten gleichzeitig ausfallen würden?

Laut rheinland-pfälzischer Gemeindeordnung „kann die Aufsichtsbehörde einen Beauftragten bestellen“ unter anderem dann, wenn „ein Gemeindeorgan rechtlich oder tatsächlich an der Ausübung seiner Befugnisse gehindert ist und die Erfüllung der gemeindlichen Aufgaben die Bestellung erfordert“.



Die ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier) war gestern auf Merkur-Anfrage wegen ihres Betriebsausflugs telefonisch nicht erreichbar.

(lf)