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Zu weit hinten
SPD-Ratsliste: Ohler krisiert Reihenfolge

FOTO: picture-alliance/ dpa / Oliver Dietze
Zweibrücken. (jam) Harsche Kritik an der von Stéphane Moulin eingeleiteten Verjüngungskur der SPD-Stadtratsliste (dort finden sich viele junge und jüngere Gesichter) für die Wahl im nächsten Jahr hat das langjährige SPD-Ratsmitglied Wolfgang Ohler (75) geübt. Von Jan Althoff

In einer Mail an den Pfälzischen Merkur bezeichnet er die „komplette Verbannung“ der alten Hasen aus der ersten Reihe der Listenplätze als einen „Mangel an Respekt und Wertschätzung“ und „geradezu absurd“. Schließlich gehörten gut 40 Prozent der Wähler der Altersgruppe 60plus an. Die Besetzung der Spitze der Liste „mit den Verlierern aus der letzten Wahl (mit bis zu acht Platzeinbußen) beziehungsweise weitgehend unbekannten Kandidaten“ sei nicht für ihn schädlich (Ohler: „Ich hätte es ohne Mühe wieder auf die vorderen Plätze geschafft“), sondern für die Liste und damit die Partei selbst. Auf das Listenpodium gehörten Kandidaten, „die Gesicht, Profil und Prominenz der Fraktion ausmachen, auch wenn sie nicht mehr so taufrisch sind“. 

Ohler: „Man setzt uns, die Spieler, die die meisten Tore schießen, auf die Ersatzbank, und wartet, dass die Wähler uns dann einwechseln.“ Sein Rückzug sei ein Protest gegen diese „verkehrte Strategie“.

Elke Streuber hatte schon am Freitag in einer Mail an den Merkur der Einschätzung widersprochen, sie habe aus Protest gegen den ihr zugedachten achten Platz auf eine Kandidatur verzichtet. Ihr Verzicht habe „andere Gründe, die nunmehr keine Rolle mehr spielen“.