| 22:10 Uhr

Investor plant Mietboxen
Große Mehrheit im Stadtrat für Mietboxen-Lagerhalle

Zweibrücken. Bebauungsplan am Ende der Wolfslochstraße soll geändert werden. Dafür entfallen Wohnungs-Bauplätze.

Mit großer Mehrheit hat der Stadtrat das Bebauungsplan-Verfahren „Südwestlich der Wolfslochstraße“ eingeleitet. Ziel: auf zwei überwucherten Grundstücken neben dem Umspannwerk soll statt Wohnbebauung eine „Einfachst-Lagerhalle mit Mietboxen“ erlaubt werden. Volker Neubert (CDU) und Dirk Schneider (SPD) blieben weitgehend allein mit ihrer bereits vorab geäußerten Kritik, dies führe zu Verkehrs-Mehrbelastungen für alle Anwohner der Wolfslochstraße und man solle nicht ohne Not ein für Wohnzwecke gedachtes Grundstück aufgeben, wenn in der gleichen Sitzung über die Notwendigkeit eines Neubaugebiets geredet werde.

Grünen-Fraktionschef Norbert Pohlmann sagte, er könne die Bedenken „nicht nachvollziehen“. Mietboxen sorgten kaum für mehr Verkehr: „Da kommt doch nur alle Schaltjahre mal jemand, der etwas holt!“ Der Eigentümer Gewobau habe „sich 15 Jahre bemüht“, ohne dass jemand dort wohnen wollte, sagte FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser, „also machen wir was Anderes!“. Auf Fragen von Neubert und Schneider, wie die Gewobau das Gelände denn vermarktet habe (Schneider sagte, er habe dort nie Verkaufs-Schilder gesehen), antwortete niemand.

Auch Schneiders Frage, wie viele Wohnhäuser denn dort geplant gewesen seien, blieb unbeantwortet. Der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD) entgegnete: „Wenn man die Zukunft gestalten will, spielt keine Rolle, was wir früher dort mal machen wollten, wenn jetzt der Rat entscheidet, dass dort etwas Anderes hin soll.“ Und das tat eine überwältigende Mehrheit: Außer Schneider und Neubert stimmten nur Pascal Dahler (CDU) gegen die Einleitung des Änderungsverfahrens, Elisabeth Metzger (CDU) enthielt sich.



(lf)