| 23:32 Uhr

Internationaler Frauentag
Stadtrat weiblicher als Bundestag

Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner zusammen mit Hedi Danner und Gabriele Mangold (von links) während der Diskussionsrunde.
Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner zusammen mit Hedi Danner und Gabriele Mangold (von links) während der Diskussionsrunde. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Debatte über 100 Jahre Frauenwahlrecht im Elsa-Brandström-Haus. Von Volker Baumann

„Ich möchte hier feststellen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“ Soweit die Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Maria Juchacz am 19. Februar 1919 in der Weimarer Nationalversammlung. Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner (SPD) beleuchtete zum Weltfrauentag auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (AsF) am Donnerstagabend das Thema Frauenwahlrecht aus historischer und aktueller politischer Sicht, beginnend mit dem Zitat der berühmten SPD-Politikerin.

Erst seit dem zehnten Bundestag, ab 1983, habe es einen merkbaren Aufschwung am Frauenanteil in der Politik gegeben, so Glöckner. Zurzeit liege der Frauenanteil im Bundestag bei 31 Prozent, im Landtag bei 35,6 Prozent, im Kreistag Südwestpfalz bei nur 21,4 Prozent und im Stadtrat Zweibrücken bei 37,5 Prozent. Fazit der Lemberger SPD-Politikerin in Berlin: „Mehr Frauen für die Politik gewinnen. Frauen machen Politik für Frauen und kennen die wichtigen Themen für Frauen, etwa Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Gleichwertige Bezahlung für Frauen und Männer“. Im neuen Koalitionsvertrag sei die SPD mit diesen Themen präsent. Im gut besuchten Zweibrücker Elsa-Brandström-Haus entwickelte sich im Laufe des Abends daraufhin eine rege Diskussion über die immer noch bestehende Ungleichheit der Frau auf beruflicher und politscher Ebene und der Findung verschiedener Lösungsansätze. Fortschrittliches Denken sei in erster Linie notwendig, um aus eingefahrenen Regularien und Traditionen herauszukommen, beispielsweise bei der Akzeptanz von Ganztagsbetreuungen in Kindergärten oder Schulen, in Nachbarländern längst kein Thema mehr. Mitinitiatorin Hedi Danner forderte zum Abschluss: „Parität – nicht nur in der SPD!“