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Ausstellung
Stadtmuseum widmet sich jüdischer Geschichte

 Die Zweibrücker Synagoge.
Die Zweibrücker Synagoge. FOTO: Stadtmuseum
Zweibrücken. Ausstellungen mit Gemälden zerstörter Synagogen und über Anne Frank.

„In diesem Jahr haben wir bei den Ausstellungen den Schwerpunkt auf die jüdische Geschichte gelegt“, stellt die Leiterin des Zweibrücker Stadtmuseums, Charlotte Glück, das Jahresprogramm vor. Im November jährt sich zum 80. Mal die Pogromnacht, in der am 9./10. November in fast allen Städten in Deutschland, auch in Zweibrücken, Synagogen in Flammen aufgingen.

Der Maler Alexander Dettmer hat sich die Aufgabe gestellt, mit Gemälden die Erinnerung an die Kulturgüter zu bewahren. Rund 120 Synagogen hat der Künstler gemalt. Rund die Hälfte werden bei der Ausstellung „Bilder der Erinnerung“ von Freitag, 23. Februar, bis Montag, 2. April, im Stadtmuseum gezeigt. Dabei auch ein neu entstandenes Gemälde der Zweibrücker Synagoge. „Von dem Gebäude gibt es bisher nur ein schlechtes Foto auf einer Postkarte“, sagt Glück. Sie ist deshalb froh, dass mit dem Gemälde ein Stück Zweibrücker Geschichte dokumentiert werde. Zur Eröffnung kommt auch der rheinland-pfälzische Kultusminister Konrad Wolf.

Auch das Ausstellungsjahr endet mit einem Blick in die jüdische Geschichte. Vom 14. November bis 19. Dezember wird die Wanderausstellung des Anne Frank Zentrums Berlin, „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ gezeigt. Das Besondere der Ausstellung ist, dass dabei 30 Schüler in einem Kurs zu Führern durch die Ausstellung ausgebildet werden. Dazu wurden das Helmholtz- und Hofenfels-Gymnasium, die Mannlich- und Herzog-Wolfgang-Realschule und die Berufsbildende Schule Zweibrücken sowie die Integrierte Gesamtschule Contwig angeschrieben. „Die Schulen begrüßen das Projekt“, berichtet Glück von den positiven Rückmeldungen.



Zwischen den beiden Ausstellungen sind drei Kunstausstellungen geplant. Vom 6. Mai bis 17. Juni werden dabei Graphiken und Objekte Aus der Natur von Hedda Wilms gezeigt. „Wir wollen auch ortansässigen Künstlern ein Forum bieten“, sagt die Museumsleiterin.

Die Doppelausstellung im Museum und im Herzogsaal vom 9. September bis 28. Oktober widmet sich anlässlich der deutsch-polnischen Freundschaftswoche polnischer Kunst. Die Ausstellung mit Werken von Eugeniusz Zegadlo ist eine Kooperation mit Hans Bollingers Projekt Begegnungen an der Grenze, die mit Graphiken von Gabriela Cichowska und Andrzej Grenda eine Kooperation mit dem Zweibrücker Kunstverein.

Zur in der vergangenen Woche zu Ende gegangenen Ausstellung anlässlich der Gründung der Zweibrücker Porzellanmanufaktur vor 250 Jahren kamen 882 Besucher ins Stadtmuseum. Damit ist die Museumsleiterin zufrieden. „Das war eine unserer besser besuchten Ausstellungen.“ In der Dauerausstellung wird das Porzellan ständig gezeigt. Allerdings weniger als in der Sonderausstellung mit zahlreichen Leihgaben. 16 Führungen wurden angeboten. Insgesamt besuchten im vergangenen Jahr 3338 Personen das Stadtmuseum.