| 23:20 Uhr

Stadtmuseum
Damit die Erinnerung lebendig bleibt

Die Schüler Tim, Marie und Celine im Gespräch mit Patrick Siegele.
Die Schüler Tim, Marie und Celine im Gespräch mit Patrick Siegele. FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Im Zweibrücker Stadtmuseum ist jetzt die Ausstellung „Deine Anne, ein Mädchen schreibt Geschichte“ zu sehen. Von Peter Fromann

Vor 80 Jahren erschütterte die Pogromnacht Deutschland, mit der der todbringende Feldzug gegen die jüdische Bevölkerung seinen sichtbaren Anfang nahm. Deutschland war aus den Angeln geraten, anders lässt es sich nicht beschreiben. Als Beitrag dazu, dass diese Gräuel niemals in Vergessenheit geraten, dient die Anne-Frank-Ausstellung im Zweibrücker Stadtmuseum. Zur Eröffnung am Samstag war der Herzogsaal überfüllt, alle wollten ein deutliches Zeichen setzen gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung und für Freiheit, Gleichheit und Demokratie. Kern des Projekts ist die Peer Education (Peer-Education-Strategien bedeuten den Einsatz speziell geschulter Jugendlicher, hier Multiplikatoren oder auch Peers genannt, die andere über eine bestimmte Thematik informieren). 50 Schüler haben sich in Zweibrücken entsprechend ausbilden lassen, bieten jetzt Führungen durch die Ausstellung an und fordern so dazu auf, sich anhand der Exponate mit Themen auch der aktuellen Geschichte, der Gegenwart, auseinander zu setzen. Denn radikale rechte Gruppen bringen sich wieder in Stellung. Musikalisch untermalt wurde die Eröffnungsausstellung durch die Band Shajan aus Kaiserslautern, die von der Freiheit sang, die grenzenlos sein kann. Patrick Siegele, Direktor des Anne-Frank-Zentrums Berlin, sprach über die geschichtlichen Hintergründe.

Die Ausstellung umfasst einen historischen und einen aktuellen Teil. Mittelpunkt ist ein so genannter Gedankenraum, der das Haus, in dem Anne Frank sich versteckt hielt, in einem Längsschnitt öffnet und das Versteck so offen legt. Anne ist nicht nur eine tragische Figur der Geschichte, sondern auf der anderen Seite ein ganz normales junges Mädchen mit allen Wünschen und Sehnsüchten und Problemen, die ein junges Leben begleiten. Audiozitate würdigen sie als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Ein Zitat vom März 1944 macht ihren Lebensmut bis hin zum furchtbaren Ende deutlich: „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt zu verändern.“ Die Ausstellung ist bis zum 16. Dezember zu sehen, dienstags 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis sonntags und feiertags 14 bis 18 Uhr.