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Neue Veranstaltungen 2019 in Zweibrücken
Brettspieltag und Oldtimer-Rallye geplant

Von Schach bis Mensch ärgere Dich nicht soll es beim „1. Zweibrücker Brettspieltag“ am Samstag, 6. Juli 2019, in der Zweibrücker Fußgängerzone viele spannende Spielangebote geben.
Von Schach bis Mensch ärgere Dich nicht soll es beim „1. Zweibrücker Brettspieltag“ am Samstag, 6. Juli 2019, in der Zweibrücker Fußgängerzone viele spannende Spielangebote geben. FOTO: picture alliance / dpa / Federico Gambarini
Zweibrücken. Citymanagerin Petra Stricker hat dem Zweibrücker Stadtrat bei ihrem Tätigkeitsbericht auch neue Veranstaltungen für 2019 vorgestellt. Intensiv gearbeitet werde derzeit an einer Online-Strategie für Zweibrücker Einzelhändler. Von Lutz Fröhlich

Petra Stricker hat gestern Abend im Stadtrat eine Bilanz ihrer Arbeit als Zweibrücker Stadtmarketing-Beauftragte seit Juli 2015 gezogen und die für 2019 zusammen mit dem Gewerbeverein „Gemeinsamhandel Zweibrücken“ geplanten Aktivitäten vorgestellt.

Was ist neu im nächsten Jahr? Erstmals wird eine eigene Zweibrücker Oldtimer-Rallye veranstaltet. Die „1. Zweibrücker Forever young-Rallye“ findet am 30./31. August statt, parallel zum „4. Zweibrücker Oldtimertreffen“. Stricker: „Das macht viel Arbeit, bringt aber wahnsinnigen Mehrwert für die Stadt. Die ersten Übernachtungen sind schon gebucht, es wird auch ein Gala-Dinner geben.“ Der Erfolg des Oldtimertreffens hat Stricker nicht nur Mut gemacht, daraus mit der Rallye künftig noch mehr zu machen – das Treffen ist auch ein Beispiel für ihre Philosophie, dass Veranstaltungen in Zweibrücken nicht allein um der Veranstaltung willens stattfinden sollen: „Wir machen keine Stand-Alone-Maßnahmen – alles dient dazu, das Stadt-Image zu stärken.“ Und für die Oldtimer-Veranstaltungen seien „die Zweibrücker Plätze ideal als Bühne“.

Aber auch, wer keinen schmucken teuren Oldtimer besitzt, kann sich selbst bei einem neuen Stadtmarketing-Event 2019 aktiv einbringen: „Am 6. Juli findet der ,1. Zweibrücker Brettspieltag’ statt“, kündigte Stricker an. „Wir stellen Biertischgarnituren in der Fußgängerzone auf, und jeder ist eingeladen, zum Beispiel sein Schachbrett oder ,Mensch ärgere Dich nicht’-Spiel mitzubringen, um mit anderen Leuten zusammen zu spielen.“



Geprüft wird noch das Aufstellen eines zweiten Bücherschranks, nachdem der erste am Herzogplatz sich zum „Selbstläufer“ entwickelt habe und es auch „keinen Vandalismus wie befürchtet gegeben hat“. (Aus dem Bücherschrank können sich Interessierte kostenlos Bücher mitnehmen und dafür ein eigenes Buch da lassen.)

Ansonsten setzt Stricker 2019 auf den bekannten Veranstaltungs-Mix, erwartet aber teilweise weiteres Wachstum. So habe man beim Zweibrücker Kindertag dieses Jahr 54 Teilnehmer gehabt, 2019 hoffe sie auf 90. Immer besser an kämen auch die Aktionstage „ZW gesund“, so Stricker: „Sie finden 2019 zum vierten Mal statt. Angefangen haben wir mit sechs Partnern, nun sind es schon über 40.“

Auch Halloween-Events, Saarländertag, Dinner in Weiß, die bundesweite Aktion „Heimat shoppen“, Zweibrücken kunstvoll, Lichterfest (illuminierte Innenstadt), Nikolaustrefen auf dem Weihnachtsmarkt, Flohmärkte sowie weitere Märkte wie Hamburger Fischmarkt oder italienischen Markt gibt es 2019 wieder, kündigte Stricker an. Der italienische Markt werde allerdings später stattfinden (7. bis 9. April), nachdem die Premiere dieses Jahr Anfang März wegen der sibirischen Kälte kleiner ausgefallen war als erwartet. Die Händler, die dennoch kamen, seien aber „sehr zufrieden mit uns gewesen“, erklärte Stricker gestern, warum es weitergeht.

Enden wird 2019 wie 2018: mit einem verkaufsoffenen Sonntag am letzten Sonntag des Jahres unter dem Motto „Ende gut. Alles gut.“.

Neben Veranstaltungen beschäftigt gerade ein großes Projekt Stadtmarketing und Einzelhändler: das „Geschäftsmodell digitale Innenstadt“. Ein (wie in einigen anderen Städten) von einem externen Anbieter organisierter „digitaler Marktplatz“ sei „zunächst angedacht gewesen, aber nicht sinnvoll, so Stricker. „Wir haben uns entschieden, selbst etwas zu machen.“ 19 Einzelhändler und andere Gewerbetreibende träfen sich seit Anfang August jeden Montag zweieinhalb Stunden im Ratssaal, um die Digital-Strategie voranzubringen. Basis der künftigen Aktivitäten solle die Internetseite „www.gemeinsamhandel-zw.de“ sein, verriet Stricker: „Da passiert heute schon viel, wir bloggen von Veranstaltungen, damit kommt man auch in Suchmaschinen nach oben.“ Ein Teilnehmer der Montags-Treffen habe das Ziel der Internet-Bemühungen für Zweibrücker Geschäftsleute gut auf den Punkt gebracht: „Ihr müsst digital anlocken und analog überzeugen.“

Weiter verstärkt werde 2019 die Kooperation des Stadtmarketings mit dem Zweibrücker Fashion Outlet (das Strickers Arbeit hälftig mit der Stadt finanziert), kündigte die Citymanagerin an, verriet aber nur, dass es „vor allem um Tourismus“ gehen werde.

Gemeinsamhandel habe sich seit der Fusion bis 2016 noch konkurrierender Händlervereinigungen „zu einer unheimlich starken Gemeinschaft entwickelt“, freute sich Stricker, die die Kräfte-Bündelung initiiert hatte. Wichtig sei ihr von Anfang an gewesen, viel mit Menschen zu sprechen, sie zum Mitmachen bei Stadtmarketing-Aktivitäten zu begeistern. Auch der Brettspieltag sei „die Idee eines Bürgers“ gewesen, hob Stricker hervor.

Denn „mit den anderthalb Personen beim Stadtmarketing allein ist das alles nicht zu stemmen“, so Stricker. Ein dickes Lob spendete sie deshalb auch ihren „12 bis 15 Thementeams“, die aktuell tätig seien. Bei ihrer Marketing-Strategie gehe es dann unter anderem darum, statt Eintagsfliegen „konsequent Themen zu platzieren, die wiederholbar sind, zum Beispiel der Zweibrücker Kindertag am Weltkindertag“. Zu tun gebe es aber auf jeden Fall noch genug: „Vieles ist angeschoben und in Bewegung – aber wir brauchen einen langen Atem und vor allem mehr Mitstreiter.“

Fragen oder Anmerkungen zu Strickers Vortrag hatte kein Stadtratsmitglied. Worauf FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser meinte: „Wir sollten Frau Stricker Lob zollen!“ Der Stadtrat applaudierte fraktionsübergreifend.