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Kolumne „Unsere Woche“
Fragen, weit über den einen Tag hinaus

FOTO: SZ / Baltes, Bernhard
Honi soit qui mal y pense“, steht seit Menschengedenken auf dem berühmten Hosenbandorden. Dahinter verbirgt sich bekanntermaßen die höchste Auszeichnung des United Kingdom, die das englische Königshaus an verdiente Persönlichkeiten verleiht. Von Michael Klein

In saloppes Deutsch überführt, könnte man das geflügelte französische Wort mit „Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!“ übersetzen. Und als Titel würde es sich nach meiner Meinung auch für die Antworten und Aussagen eignen, mit denen die Zweibrücker City-Managerin Petra Stricker vor zwei Tagen – endlich – auf die Tatsache reagiert hat, dass Homburg im kommenden Jahr am 15. August, dem „Saarländer-Tag“ also, einen verkaufsoffenen Feiertag durchführt.

Natürlich hat die Marketing-Fachfrau Recht, wenn sie unterstreicht, dass in Homburg wie auch in Zweibrücken der jeweilige Zusammenschluss von Händlern und Gewerbetreibenden autonom ist, was die Terminierung der verkaufsoffenen Sonntage angeht. Und es stimmt auch, dass eine Absprache, so es sie überhaupt gibt, nur bedingt helfen kann. Beispielsweise dabei, die größten Überschneidungen zu vermeiden.

Solche Aussagen – auch die von der freien Marktwirtschaft, in der wir leben – zeugen erfreulicherweise von großem Realitätssinn, sie geben die (gelebte) Wirklichkeit wieder. Wie aber sieht es zwischen den Zeilen aus?



Ist die City-Managerin wirklich so gelassen ob der Homburger Pläne, die sich ja schnell in andere saarländische Kommunen auswachsen können, wie sie glauben machen will? Sieht sie wirklich keine Gefahr für den althergebrachten „Saarländer-Tag“ bei uns? Sind grundsätzlich die Aussagen, was Qualität und Einkaufsvergnügen in Zweibrücken angeht, belastbar? Und wer definiert überhaupt Qualität? Liegt ein Schlüssel zum Erfolg in einer Neuausrichtung nach Frankreich? Reicht das, was an Neuerungen und Althergebrachtem im kommenden Jahr ins Haus schreib: die Stadt steht aus? Oder müssen sich nicht Viele mehr noch viel mehr bewegen?

Fragen über Fragen! Sie jetzt zu stellen, scheint sinnvoll – auch wenn es erschöpfende Antworten erst in der Zukunft gibt. Und beileibe nicht nur am „Saarländer-Tag“.

Vielleicht ist es ja ein gutes und beruhigendes Zeichen, dass der eingangs erwähnte Hosenbandorden seit 1901 auch an Frauen für ihre herausragenden Leistungen verliehen wird …