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Einstimmiges Votum
Stadt veranstaltet Jugendkonferenz

 Im ersten Quartal 2020 möchte das Rathaus der Rosenstadt die Jugendkonferenz durchführen.
Im ersten Quartal 2020 möchte das Rathaus der Rosenstadt die Jugendkonferenz durchführen. FOTO: eck
Zweibrücken. Jugendhilfeausschuss einstimmig dafür. Dort soll es auch um Fragen einer stärkeren politischen Beteiligung junger Menschen gehen. Von Fritz Schäfer

() Im ersten Quartal 2020 lädt das Jugendamt zu einer Jugendkonferenz ein. Dabei sollen Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren diskutieren, auf welche Weise sie sich eine Beteiligung an der Kommunalpolitik wünschen. Der Jugendhilfeausschuss stimmte dem Beschlussvorschlag einstimmig zu. „Ich bin dankbar, dass die Verwaltung unserem Antrag folgt“, sagte Rebecca Buch-Spohn (SPD) in der Sitzung. Andere Städten hätten ebenfalls Jugendbeiräte installiert.

Bürgermeister Christian Gauf (CDU) merkte dazu an, dass es in Zweibrücken nach einer Jugendkonferenz in den Jahren 2008 bis 2014 einen Jugendbeirat gegeben habe. Und dass es seit 2015 im Rahmen des Programms „Demokratie leben“ ein Jugendforum gebe. Gauf: „Wir folgen damit nicht anderen Städten. Wir haben so etwas schon gehabt.“

Verena Wilhelm (CDU) fragte, ob mit einem Jugendbeirat keine Doppelstrukturen geschaffen werden. Die Stadtjugendpflegerin Nicole Buchholz verneinte. „Es gibt engagierte Jugendliche, die sind in verschiedenen Gruppen aktiv.“ Patrick Lang (FWG) begrüßte, dass zu der Konferenz alle Jugendlichen eingeladen werden. Nicht nur die Jugendlichen, die schon in Schülervertretungen oder dem Stadtjugendring in Institutionen eingebunden sind.



Für den Vertreter der Caritas im Jugendhilfeausschuss, Winfried Hoffmann, ist es wichtig, dass die Konferenz ein „niederschwelliges Angebot“ darstellt. Das Vorstandsmitglied des Stadtjugendrings, Nico Kuhn, hob hervor, dass die Jugendlichen selbst entscheiden, wie es nach der Konferenz weitergehen soll. Dem schloss sich Ingrid Kaiser (FDP) an. „Wir müssen den Jugendlichen das Gefühl geben, dass wir sie ernst nehmen“, merkte Paul Schmidt (Grüne) an.

Vor der einstimmigen Entscheidung des Jugendhilfeausschusses hatte sich der Stadtrat in seiner letzten Sitzung (wir berichteten) mit dem Thema befasst. Dort war kontrovers darüber diskutiert worden.

Vor allem aus den Reihen von CDU und AfD hatte es skeptische Fragen gegeben, etwa die, ob der bereits bestehende Stadtjugendring und die städtische Schülervertretung nicht schon sehr adäquat die Bedürfnisse Jugendlicher nach politischer Beteiligung aufgreifen würden. Die Grünen hatten den SPD-Antrag gelobt. Mehrheitlich war er dann aber in den Jugendhilfeausschuss verwiesen worden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung des Jugendhilfeauschusses stellte die Koordinatorin der Wohngruppe des Margaretenstifts, Jessica Schiwy-Schönborn, die Einrichtung an der Hofenfelsstraße vor. Im Oktober wurde die stationäre Wohngruppe, in der bis zu neun Kinder und Jugendliche zwischen drei und 15 Jahren betreut werden, eröffnet. Das Margaretenstift unter der Caritas-Trägergesellschaft ist in Saarbrücken ansässig. Dabei habe man auch einzelne Jugendliche aus Zweibrücken betreut. Deshalb habe man sich entschieden, auch in Zweibrücken eine Wohngruppe, die von Sozialarbeitern rund um die Uhr betreut wird, einzurichten, beantwortete Schiwy-Schönborn Fragen aus dem Ausschuss.

Die pädagogische Leiterin des Jugendamtes, Petra Buchmann, begrüßte, dass es in Zweibrücken jetzt auch eine vollstationäre Wohngruppe gebe. Damit könnten die betroffenen Jugendlichen in ihrer gewohnten Umgebung, Schule, Verein bleiben. Das Margaretenstift nimmt Kinder bei Problemen in Obhut. „Aber es kommen auch Eltern von selbst auf uns zu, die mit ihren Kindern nicht fertig werden“, sagte Schiwy-Schönborn. Das passiere in Übereinkunft mit dem Jugendamt.

„Das Jugendstrafrecht ist sehr stark auf die Erziehung der Jugendlichen ausgerichtet“, erläuterte Diana Nicklas von der Jugendgerichtshilfe des Jugendamtes im Jugendhilfeausschuss den Unterscheid zum allgemeinen Strafrecht. In der Sitzung beschrieb Nicklas die Aufgabe der Jugendgerichtshilfe bei der Betreuung der jungen Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind.

Dazu gehört auch die Erstellung von Einschätzungen über die persönliche Entwicklung der Jugendlichen. Dabei gebe es Jugendliche, die bei Gesprächen mitarbeiteten. Aber auch welche, die zu den Gesprächen gar nicht kämen. In diesem Jahr habe es bisher 41 Anklageerhebungen gegeben. Mit den Schwerpunkten Drogen, Körperverletzung und Diebstahl.