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Kosten für Parkplätze
Stadt macht 300 000 Euro Gewinn durch Parkgebühren

Rund 400 000 Euro hat die Stadt Zweibrücken im vergangenen Jahr an Parkgebühren eingenommen.
Rund 400 000 Euro hat die Stadt Zweibrücken im vergangenen Jahr an Parkgebühren eingenommen. FOTO: Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa
Zweibrücken. Um die Kosten für Parkplätze gibt es in vielen deutschen Städten Streit. Manche Kommunen schaffen sie sogar wieder ab – wegen Unwirtschaftlichkeit. Seien es Wartungskosten für Kassenautomaten, Sanierungen von Parkhäusern oder die Gehälter von Mitarbeitern der Ordnungsämter. Von Norbert Rech

Nach der Erstellung der Bilanzen durch die Kämmerer bleibt oft kaum etwas übrig. Manche schreiben sogar ein Defizit. Auch für die Einzelhändler ist der Obolus für einen Parkplatz, den die Kunden bezahlen müssen, oft ein Ärgernis. Stehen sie doch im Konkurrenzkampf mit den großen Geschäften auf der so genannten „grünen Wiese“, wo ausreichend freier und kostenloser Parkraum zur Verfügung steht.

Die Stadt Zweibrücken selbst hat im vergangenen Jahr rund 400 000 Euro an Parkgebühren eingenommen, wie Pressesprecher Heinz Braun auf Anfrage des Merkur mitteilt. Ein Viertel der Summe müsse für den Erhalt der Automaten aufgewendet werden. Die Ausgaben für die Kontrollen würden ausgeglichen. „Das Gehalt der Mitarbeiter wird durch die Strafzettel eingespielt“, sagt Braun, der sich aber eine Abschaffung der Parkraumbewirtschaftung nicht vorstellen kann. Die Gebühren von 0,50 Euro je angefangene halbe Stunde seien im Vergleich mit anderen Kommunen sehr niedrig.

Dazu komme, dass ein jeder in Zweibrücken im Zentrum normalerweise einen Parkplatz finden könne, was sich sonst oft schwierig gestalte. Das komme auch den Geschäften in der Innenstadt zu Gute, deren Kunden in unmittelbarer Nähe ihre Fahrzeuge abstellen könnten. Auch die 300 000 Euro an Gewinn seien für den Haushalt der Stadt eine Summe, auf die mit Blick auf das große Defizit im Etat nicht verzichtet werden könne.



Neben der Komme sind auch die Stadtwerke in Zweibrücken für die Parkraumbewirtschaftung zuständig. Sie betreiben den Parkplatz am Schloss und zwei Parkhäuser (Schloss und Hallplatz). Hier gelten die gleichen Gebühren wie im anderen Stadtgebiet. Doch Stadtwerke-Chef Werner Brennemann kann von einem Gewinn nur träumen. Das Minus liege im sechsstelligen Bereich, wie er berichtet. Grund sei vor allem der Unterhalt der beiden Parkhäuser. Aber auch diese sieht er positiv. So könne den Gästen ein sicherer kostengünstiger Parkplatz bereitgestellt werden. Das Fahrzeug sei auch vom Wetter geschützt. Die Gebühren sind für Werner Brennemann jedenfalls kein Kriterium, warum jemand die Innenstadt meiden sollte.