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Spurensuche und Aufräumarbeiten

In einem Flur im 4. Obergeschoss des Zweibrücker Nardini-Klinikums hat der Brand deutliche Spuren hinterlassen.
In einem Flur im 4. Obergeschoss des Zweibrücker Nardini-Klinikums hat der Brand deutliche Spuren hinterlassen. FOTO: Volker Baumann
Zweibrücken. Nach dem Brand im Nardini-Klinikum am Montag ging der Betrieb gestern Schritt für Schritt wieder zur Normalität über. Eric Kolling

Es ist vor allem der Rauchgestank, der im ganzen Zweibrücker Nardini-Klinikum auch gestern noch an das Feuer vom Montag erinnerte. An die Schockmomente gegen elf Uhr, an die hervorragend umgesetzte Räumung des Gebäudes in der Kaiserstraße, die erfolgreichen Löscharbeiten. "Wegen des Rauchgeruchs mussten wir die Stationsbelegung umstellen", erklärte gestern Nachmittag Nardini-Sprecher Thomas Frank.

Das Feuer war in einem Zwischenlagerraum für Wäsche und Verbandsstoffe im vierten Stock ausgebrochen. Der Geruch hält sich nicht in allen Gebäuden gleich stark. Daher konnte man den vorderen Bereich der fünften Etage, die Orthopädie, wieder in Betrieb nehmen, auch der vordere Abschnitt der sechsten Etage ist wieder belegt. Dort stehen Betten der Inneren Medizin. Der hintere Teil ist wegen des Rauchgeruchs noch zu, so Frank.

Das Haus weise starke Rußverschmutzungen auf, die in den nächsten Tagen durch eine Spezialfirma entfernt werden sollen. Daher stehen in den nächsten Tagen noch nicht alle stationären Betten zur Verfügung. Die Spezialfirma wird auch die Treppenhäuser sauber machen. Bis dahin ist Lüften angesagt: Türen und Fenster stehen um den Brandherd offen, um möglichst viel Zugluft in das Gebäude zu lassen. Ebenfalls angesagt war die Spurensuche in dem komplett abgesperrten Bereich.

Mit der waren gestern Brandsachverständige des Landeskriminalamtes und Pirmasenser Kriminalpolizisten beschäftigt. Wie das Feuer ausbrechen konnte, konnten sie aber noch nicht herausfinden, teilte die Polizei mit. Ein elektrotechnischer Defekt sei allerdings "mit hoher Wahrscheinlichkeit" ausgeschlossen. Ebenfalls versuchten Versicherungsvertreter, die Schadenshöhe zu ermitteln. Die Polizei hatte am Montag von über 100 000 Euro gesprochen. Nardini-Sprecher Thomas Frank bestätigte diese Zahl nicht: "Wir werden uns zur Schadenshöhe nicht äußern!" Erst müssten die Ermittlungen abgewartet und festgestellt werden, was definitiv zerstört sei. Wie lange die dauerten, könne man auch noch nicht absehen. "Vieles wird sich wohl erst im Nachgang klären", so Frank.

Ansonsten kehrte das Klinikum gestern ein Stück weit zur Normalität zurück. Die sieben Mitarbeiter und Helfer, die bei dem Brand eine Rauchvergiftung erlitten haben, wurden mittlerweile aus dem Krankenhaus entlassen. Ein betroffener Patient wurde zwar weiterhin stationär versorgt, allerdings wegen der Beschwerden, wegen der er schon vor dem Brand eingeliefert worden war.

Das Klinikum war seit zwölf Uhr wieder bei der Rettungsleitstelle für die Notfallversorgung angemeldet. Fünf Patienten habe man an den Zweitstandort ins frühere Evangelische verlegt, damit man Reservebetten vorhalten kann, erklärte Frank. Der OP-Betrieb lief störungsfrei, alle Operationen konnten wie geplant durchgeführt werden. Behandlungen, die am Montag ausgefallen seien, würden im Laufe der Woche nachgeholt. Die Betroffenen seien informiert. Auch in der Funktionsdiagnostik, der Endoskopie und in den Sprechstunden sei der Routinebetrieb zwischenzeitlich wieder aufgenommen worden. Alle Untersuchungen können wie geplant stattfinden.

Die Patientenveranstaltung "Zweibrücken gegen den Schlaganfall" findet wie geplant heute, 17. Mai, ab 16 Uhr im Tagescafé des Nardini-Klinikums Zweibrücken statt.