| 20:33 Uhr

Vorstand stehlt den Verband bis zur nächsten Versammlung auf den Prüfstand: Wiedereingliederung in den Sport-Stadtverband oder Auflösung
Zweibrücker Sportjugend vor dem Aus

 Die Sportjugend Zweibrücken bot über viele Jahre hinweg Ferienfreizeiten in Inzell an. Mit dem Wegfall der Freizeit steht der Zweck des Vereins auf dem Prüfstand.
Die Sportjugend Zweibrücken bot über viele Jahre hinweg Ferienfreizeiten in Inzell an. Mit dem Wegfall der Freizeit steht der Zweck des Vereins auf dem Prüfstand. FOTO: Hubert Wolf/Stadtverband für Sport / Hubert Wolf
Zweibrücken. Vorstand stellt den Verband bis zur nächsten Versammlung auf den Prüfstand: Wiedereingliederung in den Sport-Stadtverband oder Auflösung. Von Fritz Schäfer

„Wir haben zwei Möglichkeiten“, erklärte der Vorsitzende der Zweibrücker Sportjugend, Stefan Roth, bei der Mitgliederversammlung, „entweder die Wiedereingliederung in den Stadtverband für Sport oder die Auflösung“. Nach dem Ausfall der Inzell-Freizeit im vergangenen Jahr habe der Vorstand keinen gleichwertigen Ersatz in der Ferienzeit gefunden. „Zu dem Jugendcamp in Inzell gibt es keine Alternative“, bedauerte Roth.

Mit dem Wegfall der Freizeit stehe der Zweck des Vereins auf dem Prüfstand. Zumal die Sportjugend seit vielen Jahren keine andere Aufgabe entwickelt hat. „Wenn wir unseren Anspruch nicht mehr erfüllen können, dann sollten wir reagieren“, kündigte Roth einen Vorschlag bis zur nächsten Mitgliederversammlung in einem Jahr an. Bis dahin sollen die Möglichkeiten ausgelotet werden. „Die Versammlung entscheidet dann.“

„Ich bedauere die Entwicklung“, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza. Aber die jetzige Situation habe schon länger „in der Luft“ gelegen. In der Versammlung sprach sich Wosnitza für die Wiedereingliederung in den Stadt-Sportverband aus. Erst Mitte der 1960er Jahre wurde die Sportjugend aus dem Sportverband heraus ein selbständiger Verband. Die Anliegen der Jugend müssten sich im Stadt-Sportverband behaupten.



Der Jugendsekretär der Sportjugend Pfalz, Peter Conrad, war „irritiert“ über die Begründung für das Aus. Nur weil keine Freizeit mehr durchgeführt werden, reichte ihm nicht. „Es gibt noch mehr Aufgaben für die Sportjugend.“ So sollte der Verband den Sport „mehr in den Fokus rücken“. Der Sportkreisvorsitzende Frank Schmid sah das „nicht so tragisch“, wenn die Sportjugend wieder in den Stadt-Sportverband zurückkehrt. Zuvor hatte Urban Wagner vom TV Ixheim Kritik am Bericht des Sportkreisjugendleiters Hubert Wolf geübt. Wolf hatte den Modus der Jugendsammelaktion in Frage gestellt. „Die Zahlen bei den Vereinen sind rückläufig.“

„Wir führen die in jedem Jahr durch. Statt einer Übungsstunde gehen wir durch die Straßen in unserer Nachbarschaft“, sagte der TVI-Vorsitzende. Dabei sei die Spendenbereitschaft in der Bevölkerung weiter sehr groß. Wolf hatte eingangs informiert, dass die VT Zweibrücken 800 Euro aus der Aktion bekommen habe.

Auch bei der anschließenden Versammlung des Stadtverbands für Sport sprach der Vorsitzende Marold Wosnitza die mögliche Auflösung oder Eingliederung der Sportjugend an. „Damit muss sich der neue Vorstand auseinandersetzen.“ Denn nach der Wahl zum Oberbürgermeister könne er nicht weiter den Vorsitz des Stadt-Sportverbands ausüben. „Das geht einfach nicht.“

In seinem Bericht erwähnte Wosnitza die Organisation eines Standes beim Stadtfest, an dem Vereine „Geld verdienen können“. Weiter zählte er den Ehrenamtlertag oder die Aktion „Zweibrücken lernt schwimmen“ als Aktivitäten auf. Der Sportverband stehe „auf soliden Füßen“, sagte Kassenwart Rolf Holzmann. Zur Nachfolgerin von Wosnitza wählte die Versammlung die 53-jährige Rechtsanwältin Bianca Grehl von der VTZ. Sie sei zwar Leichtathletin, habe aber auch andere Sportarten betrieben. Zudem sei sie im Alpenverein.