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Vereinter Protest aus Niederauerbach erfolglos
Veränderungen bei Sparkasse greifen ab April

 Die Sparkasse Südwestpfalz bedient Kunden in Niederauerbach nur noch bis Ende März persönlich – danach bleiben dort für Bankgeschäfte wie in mehreren anderen Orten nur noch Selbstbedienungs-Automaten.
Die Sparkasse Südwestpfalz bedient Kunden in Niederauerbach nur noch bis Ende März persönlich – danach bleiben dort für Bankgeschäfte wie in mehreren anderen Orten nur noch Selbstbedienungs-Automaten. FOTO: Lutz Fröhlich
Zweibrücken. Es bleibt dabei: Neun Personal-Filialen der Sparkasse Südwestpfalz werden geschlossen. Darunter Hornbach, Rieschweiler und Wallhalben. Auch in Niederauerbach bleibt nur ein Automat – trotz des Protestbriefs der dortigen Stadträte von SPD, CDU und FDP. Von Fritz Schäfer

/ Trotz der parteiübergreifenden Bemühungen der Stadträte aus Niederauerbach wird die personenbesetzte Geschäftsstelle der Sparkasse Südwestpfalz in dem Zweibrücker Stadtteil geschlossen. In dem Gebäude verbleibt den Kunden nur noch ein Selbstbedienungsterminal für Ein- und Auszahlungen. Bei den Gesprächen mit der VR-Bank Südwestpfalz habe man bisher „keine abschließende Lösung gefunden“, sagte Peter Kuntz, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Bereits im Oktober hatte die Sparkasse die Veränderungen im Filialnetz angekündigt (wir berichteten). Jetzt teilt Kuntz mit, dass die Veränderungen alle schon zum 1. April umgesetzt werden – nachdem zuerst auch Oktober als möglicher Termin genannt worden war.

Insgesamt werden 9 der 20 mit Personen besetzte Filialen geschlossen. Darunter sind im Zweibrücker Land die Filialen in Niederauerbach, Hornbach, Rieschweiler und Wallhalben. In Hornbach bleibt am Sparkassen-Standort wie in Niederauerbach ein Selbstbedienungsterminal. An beiden werden temporäre Beratungen angeboten. In Wallhalben können die Sparkassen-Kunden am Standort der Volksbank Kaiserslautern in der Nachbarschaft des Lebensmittelmarktes ein gemeinsames SB-Terminal kostenfrei nutzen.



„Wir haben uns jeden Standort angeschaut“, betont Kuntz Dabei seien die Kriterien wie Wettbewerbssituation oder das Einzugsgebiet der Zweigstelle beachtet worden. So habe die Zweigstelle Hornbach ein Einzugsgebiet von rund 5000 Einwohnern. Es habe auch Gespräche mit den Genossenschaftsbanken über Kooperationen gegeben. Das habe in Wallhalben zu der oben erwähnten Lösung geführt.

In Heltersberg sollte die Filiale ebenfalls gestrichen werden und der Ort sollte lediglich ein Haltepunkt einer fahrbahren Geschäftsstelle bleiben. Doch nach einer Demonstration mit 140 Teilnehmern vor der Sparkassen-Zentrale in Pirmasens hat es einen Kompromiss gegeben, dass in Heltersberg eine SB-Stelle bleibt (wir berichteten). „Das ist eine Einzelentscheidung“, erklärt Kuntz. In Heltersberg handele es sich um einen Sonderfall: Dort war geplant, eine besetzte Filiale durch eine fahrbare zu ersetzen. Über den Kompromiss entscheide der Sparkassen-Verwaltungsrat Ende März, erläutert der Vorstandschef.

Kuntz betont erneut die Gründe für die schmerzhaften Einschnitte, „die uns auch keinen Spaß machen“. So verschärfe sich die Situation für die Sparkassen weiter durch die Niedrigzinspolitik. Dies erschwere es, Gewinn zu machen – den das Geldinstitut benötige, um das notwendige Eigenkapital zu erwirtschaften. Außerdem habe sich das Kundenverhalten deutlich geändert. „Mittlerweile ist die Internetfiliale die am häufigsten genutzte Filiale der Sparkasse“, erläutert Kuntz die Verhaltensänderung. Durchschnittlich rund 56 Prozent über alle Altersgruppen nutzten das Online-Banking. Bei den Jüngeren läge die Quote bei 75 Prozent. Vor diesem Hintergrund mache es wenig Sinn, Mitarbeiter in Filialen zu beschäftigen, in denen kaum noch Kunden kämen. Auf der anderen Seite steigt nach den Erkenntnissen der Sparkasse der Bedarf nach persönlicher Beratung und Lösungen für komplexe Finanzfragen. Dazu sei es wichtig, Kompetenzen zu bündeln, um den Kunden entsprechende Fallhäufigkeiten und damit auch Erfahrungswerte vorhalten zu können.