| 00:21 Uhr

Sparkasse dreht an der Gebührenschraube

Zweibrücken. Unangenehme Post ist den Kunden der Sparkasse Südwestpfalz dieser Tage ins Haus geflattert: Das Kreditinstitut erhöht die Gebühren ab Juni deutlich. Über Facebook äußerten gestern zahlreiche Nutzer ihren Unmut. eck/lf

Wie sag' ich's meinem Kunden ? Die Sparkasse Südwestpfalz versucht es gerade wie folgt: "Zur Sicherung der Leistungsfähigkeit der Sparkasse für unsere Region ist eine Anpassung unserer Kontomodelle notwendig." Heißt im Klartext: Die Sparkasse erhöht die Kontogebühren. Und zwar deutlich, wie aus der Post deutlich wird, die den Kunden jetzt ins Haus geflattert ist. Wer ein Girokonto bei dem Kreditinstitut unterhält, zahlt ab Juni 4,50 Euro - bislang sind es drei Euro. Hinzu kommen gesonderte Gebühren für Leistungen, die bislang in den drei Euro enthalten waren. So kostet jede Überweisung mittels Papier einen Euro extra; wer die Überweisung an den Geldautomaten der Sparkasse vornimmt, zahlt ab Juni 50 Cent. Ferner wird die Sparkasse künftig für jede Gutschrift fünf Cent in Rechnung stellen.

Auch Online-Kunden müssen sich auf Gebühren einstellen. Bislang zahlen sie für ihr Konto nichts. Ab Juni werden 2,50 Euro monatlich fällig. Und auch für die Online-Kunden kommen neue Einzelgebühren hinzu - beispielsweise fünf Cent pro Online-Überweisung.

In den erwähnten Anschreiben der Sparkasse Südwestpfalz an ihre Kunden wird das kräftige Drehen an der Gebührenschraube mit der "Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank", der EZB, begründet.

Tatsächlich setzt die rigorose Niedrigzinspolitik der EZB Kreditinstitute bundesweit unter Druck. Die Zinsen für Kredite sind auf extrem niedrigem Stand, nicht nur die Sparkassen können damit kaum noch Geld verdienen. Bleibt neben dem relativ hohen Dispozins für die Sparkasse das Instrument, bei den Kontoführungsgebühren stärker zuzulangen.

2002 führte die Sparkasse die Kontoführungsgebühren in Höhe von drei Euro ein - seitdem ist diese Gebühr konstant geblieben. Den Ärger vieler Kunden vermag dieser Umstand offenbar nicht zu dämpfen. Gestern wurde auf Facebook erregt diskutiert. Zahlreiche Nutzer protestierten dort. "Erst Filialen schließen und dann abkassieren . . . Frechheit!", heißt es dort oder: "Die Banken sind die reinste Abzocke".

Am heutigen Freitag will die Sparkasse Südwestpfalz in einem Pressegespräch ihren Schritt näher erläutern.