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Solidarität bei Klinikdemo gefragt

Bereits im Januar 2015 machten rund 300 Personen, Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses und mit der Klinik verbundene Personen, in der Innenstadt mit einer Demo mobil. Damals lautete das Motto „Kundgebung gegen die unrichtige Berichterstattung der Rheinpfalz“. An diesem Samstag wollen die Demonstranten gegen das drohende Aus für das Krankenhaus auf die Straße gehen. Das Foto zeigt Silvia Bezold von der Mitarbeitervertretung bei der Demo 2015.Foto: Jan Althoff/pma
Bereits im Januar 2015 machten rund 300 Personen, Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses und mit der Klinik verbundene Personen, in der Innenstadt mit einer Demo mobil. Damals lautete das Motto „Kundgebung gegen die unrichtige Berichterstattung der Rheinpfalz“. An diesem Samstag wollen die Demonstranten gegen das drohende Aus für das Krankenhaus auf die Straße gehen. Das Foto zeigt Silvia Bezold von der Mitarbeitervertretung bei der Demo 2015.Foto: Jan Althoff/pma FOTO: Jan Althoff/pma
Zweibrücken. Vielleicht steht der Rosenstadt am Samstag eine Großdemo bevor: Die Beschäftigten des Zweibrücker Evangelischen Krankenhauses gehen auf die Straße. Auch der Kirchenbezirk macht dafür mobil. Hunderte Teilnehmer werden erwartet. Eric Kolling

Der unermüdliche Kampf der Beschäftigten für das Überleben ihres Evangelischen Krankenhauses Zweibrücken geht am Samstag, 23. April, um zehn Uhr in die nächste Runde. Dann finden in der Rosenstadt ein Demonstrationszug und eine Kundgebung statt. Wie Silvia Bezold, Vorsitzende der Mitarbeitervertretung am Krankenhaus, erklärt, startet der Zug am Schlossplatz und marschiert über den Alexanderplatz und die Fußgängerzone bis zum Herzogplatz vors Rathaus. Dort sind, so ergänzt Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ), Reden der Mitarbeitervertretung , von Dekan Peter Butz, ihm selbst und Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Gundacker (SPD ) vorgesehen. Ob auch ein Verdi-Vertreter teilnehme, stehe noch nicht fest so Pirmann, der bei der Demo selbst mitlaufen und in seiner Rede die Bedeutung des Krankenhauses für die Stadt Zweibrücken und seine Notwendigkeit für die Patientenversorgung hinweisen will. "Es darf nicht sein, dass die Mitarbeiter jetzt für Fehlentscheidungen der Chefetage herangezogen werden", so Pirmann. Gerechnet werde mit etwa 300 Teilnehmern. Die Mitarbeitervertretung hofft auf rege Teilnahme von Beschäftigten, früheren und aktuellen Patienten, Azubis, Freunden oder Angehörigen. Nicht geplant sei, dass Beschäftigte des katholischen Nardini-Klinikums aus Solidarität mitdemonstrieren, sagte Karl Thoma, Chef der dortigen Mitarbeitervertretung : "Das war bisher kein Thema."

Dagegen wird vonseiten der Evangelischen Kirche mit vielen Teilnehmern gerechnet. So hat der Vorsitzende der Zweibrücker Bezirkssynode und Landessynodale Jürgen Karl Neumann die Gemeinden im Kirchenbezirk Zweibrücken , vom Mandelbachtal bis zur Pirmasenser Höhe, zur Teilnahme an der Demo eingeladen. Bis gestern Nachmittag habe es bereits weit über 100 Anmeldungen gegeben. Neumann: "Ich habe letzte Woche schon darauf hingewiesen, dass wir alle evangelischen Kräfte in Zweibrücken und Umgebung bündeln müssen. Die Demonstration ist ein weiterer Schritt, um sich zu Wort zu melden und Solidarität mit dem Evangelischen Krankenhaus und den Mitarbeitern zu zeigen." Er legte Wert darauf, dass in Sachen der Rosenstadtklinik nicht die ganze Kirche betroffen sei, sondern es sich um eine Angelegenheit des Landesvereins für Innere Mission handele. "Das darf man nicht verwechseln mit den Aktivitäten des Kirchenbezirks Zweibrücken und seinen Gemeinden und Gläubigen", so Neumann. Man dürfe nicht "alles in einen Topf werfen".

Solidarität mit den Klinikbediensteten zeigen derweil auch viele Bürger abseits der Demonstration: Die von Silvia Mauß vergangene Woche gestartete Petition "Das Evangelische Krankenhaus darf nicht geschlossen werden" hatten gestern Abend 1540 Leute unterschrieben. Sie richtet sich an Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD ) und den Krankenhausträger , den LVIM. > Seite 16: Weiterer Bericht