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Ausstellung in der Karlskirche
Abiturienten zeigen kunstvolle „Smartografie“

 Mit dem Smartphone statt mit der Fotokamera unterwegs: Eine Schülerausstellung in der Karlskirche in Zweibrücken zeigt bis zum 2. April Fotoarbeiten von Hofenfels-Abiturienten.
Mit dem Smartphone statt mit der Fotokamera unterwegs: Eine Schülerausstellung in der Karlskirche in Zweibrücken zeigt bis zum 2. April Fotoarbeiten von Hofenfels-Abiturienten. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. 20 Hofenfels-Gymnasiasten gingen mit Smartphones auf Foto-Pirsch durch die Innenstadt und stellen nun in der Karlskirche aus. Von Nadine Lang

Fotografieren mit dem Smartphone? Kann doch jeder. Oder? Tatsächlich leisten heute die integrierten Handy-Kameras ganze Arbeit. Das macht aber noch lange kein schönes Bild. „Wir fotografieren heute ganz selbstverständlich so lange, bis uns das Bild gefällt“, erklärte Susanne Lilischkis am Dienstagabend im Foyer derZweibrücker Karlskirche. Mit ihren Worten eröffnete sie die Ausstellung „Smartografie“, die rund 20 Abiturienten des Hofenfels-Gymnasiums im Rahmen ihres Kunstunterrichts auf die Beine gestellt haben.

Dabei erinnerte Lilischkis an die Zeit „früher“ als die Sofortbildkamera der große Schritt zum schnellen Bild darstellte und man sich noch ganz genau überlegen musste, welches Motiv man wie in Szene setzen wollte, weil die Anzahl der Abzüge beschränkt war. Das Entstehen von Fotos hat sich seitdem massiv verändert. Aber schlecht sei das deswegen noch lange nicht. „Ein gutes Foto ist ein gutes Foto, egal wie seine Entstehung war“, meinte Lilischkis.

Und so zeigt die Ausstellung „Smartografie“ die Art zu fotografieren durch die Augen junger Menschen. „Mir war es wichtig, mit dem Handy als Medium zu arbeiten, denn genau das nutzen die Jugendlichen jeden Tag“, erklärte auch Lehrerin Iris Seyler. Drei Monate lang war das Fotografieren Thema des Kunstunterrichts der frischgebackenen Abiturienten. Dabei war es Iris Seyler aber auch wichtig, die Schulräume zu verlassen und das Projekt mit der Stadt Zweibrücken zu verbinden – nicht zuletzt wird die Ausstellung darum auch in der Karlskirche und nicht in der Schule gezeigt.



In mehreren Doppelstunden machten sich die Schüler auf Fotoexkursion durch die Innenstadt. Dabei ging es insbesondere um Perspektiven und Spiegelungen. „Wir hatten die Aufgabe, dass wir durch die Stadt führen sollten und hatten eine Glaskugel und Miniaturmännchen, die wir mit einbinden durften, daneben waren wir aber relativ frei“, erklärte die 18-jährige Philline Vietor, von der gleich mehrere Arbeiten in der Ausstellung zu sehen sind. Für sie war das Projekt eine schöne Erfahrung: „Ich fand spannend, dass wir uns ausprobieren konnten und der Arbeitsauftrag nicht so eng gefasst war.“ Da entstanden manche Motive aus Eigeninteresse auch zusätzlich in der Freizeit.

Die Schüler durften am Ende selbst entscheiden, welche Bilder in der Ausstellung zu sehen sind. Und die kann sich wirklich sehen lassen. Statt wahllosem „Geknipse“ zeigen die Bilder interessante Motive unter anderem mit Spiegelungen durch die Glaskugel wie etwa die Alexanderskirche, Miniaturfigürchen vor Zweibrücker Kulisse, und andere Fotografieren, die sich in Iris Seylers Worten nicht wie eine Schülerausstellung, sondern mit einer Reife präsentieren, die man sich gerne ansehen mag.

Die Ausstellung im Foyer der Karlskirche dauert noch bis zum 2. April.