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„Jung sterben ist auch keine Lösung“
Nur 250 Zuschauer bei Sky du Mont

 Zu „Heiminsassen“ erklärten Christine Schütze und Sky du Mont am Samstagabend ihr Publikum in der Festhalle.
Zu „Heiminsassen“ erklärten Christine Schütze und Sky du Mont am Samstagabend ihr Publikum in der Festhalle. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Gemeinsam mit der Kabarettistin Christine Schütze widmete sich die Kino- und TV-Legende in der Zweibrücker Festhalle unterhaltsam dem Älterwerden. Von Nadine Lang

Nein, „jung sterben ist auch keine Lösung“, da haben es Sky du Mont und Christine Schütze am Samstagabend in der Zweibrücker Festhalle auf den Punkt gebracht. Alt sein ist aber irgendwie auch nicht so einfach. Aber wann ist man überhaupt so wirklich richtig alt? Und muss man sich dann auch alt benehmen? Diesen Fragen ging Sky du Mont in seinem neuesten Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung: Wenn Söhne in die Jahre kommen“, nach, aus dem er in der Festhalle las.

Unterstützt wurde du Mont dabei musikalisch und komödiantisch von Christine Schütze, die sich als neue Pflegepianistin in der Seniorenresidenz „Happy End“ vorstellte und dem Publikum, bezeichnet als „Heiminsassen“, aus ihrem Alltag im Seniorenheim schilderte. Zu dem gehört seit Neuestem auch du Mont, der das Leben in der Residenz auf Probe testet und es dabei nicht verpassen möchte, aus seinem Buch vorzulesen, schließlich glaube er ein bekannter Schauspieler zu sein, der die Leute unterhalten müsse. Darum werde er auch abends immer etwas unruhig, wie Christine Schütze mit einem Augenzwinkern erklärte.

Du Mont präsentierte sich hingegen mit Gehstock, im – wohlgemerkt recht edlen – Morgenmantel und zeitweise amüsant tatterig. In seinem Buch geht es um Klaus, der mit über siebzig Jahren von seiner fast hundertjährigen Mutter an Herz gelegt bekommt, sich ein Altersheim zu suchen. Nicht, für sie, sondern für sich selbst, damit sie ihn gut untergebracht wisse, wenn sie eines Tages nicht mehr sei. „In den Augen der Eltern ist man nie erwachsen“, bemerkte du Mont und las weiter: „ehe meine Mutter dement wird, werde ich es“.



Solch eine Mutter ist aber auch keine einfache Aufgabe, schien es. Organisiert sie doch gleich eine Altersheim-Besichtigungstour quer durch die Republik und weil das noch nicht genug ist, schaltet sie für ihren Sohn vorsichtshalber noch Kontaktanzeigen auf allen möglichen Kanälen, nur um eine passende Rentnerin zu finden, die doch bitte finanziell unabhängig sei, ansonsten aber alle Pflichten übernehme.

Christine Schütze erzählte da lieber von ihren Erfahrungen beim Speed Dating, das sie nach dem ersten Kandidaten Rüdiger, ein alternativer Gedichteschreiber, gleich wieder abbricht. Allerdings sei Speed Dating zumindest im Alter eine Alternative, schließlich müsse es da ja schnell gehen, bevor gar nichts mehr geht, oder in den wenig charmanten Worten der Pflege-Pianistin: „Veränderung ist möglich, solange der Körper noch warm ist.“ Neben der Lesung von du Mont, war besonders der Schlagabtausch der beiden Darsteller unterhaltsam und zuweilen amüsanter als das Gelesene selbst.

Das Programm kam auch unter den – angesichts der Prominenz auf der Bühne unerwartet wenigen – Besuchern (ungefähr 250) im großen Saal der Festhalle bestens an. „Es ist richtig witzig und trifft oft den Nagel auf den Kopf“, fand Ursula Galli aus Zweibrücken. „Die Beiden zusammen sind prima. Ich finde es fantastisch und echt klasse“, pflichtete ihr Margit Hindenberger bei. Im Anschluss an die Vorstellung konnten sich die Besucher noch ihr Buch signieren lassen.