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„Sind denn alle Klima-Konferenzen Quatsch?“

 Im Gespräch: Referent Professor Horst-Joachim Lüdecke (links) mit Hubert Zitt. Foto: Margarete Lehmann
Im Gespräch: Referent Professor Horst-Joachim Lüdecke (links) mit Hubert Zitt. Foto: Margarete Lehmann FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Die Aussage des Vortragenden, Professor Horst-Joachim Lüdecke, der CO{-2}-Gehalt der Luft korreliere nicht mit der Erdtemperatur, ließ viele der Anwesenden des Naturwissenschaftlichen Vereins aufhorchen. Peter Fromann

Im Juni 1999 wurde auf Initiative von Professor Peter Pokrowsky der Naturwissenschaftliche Verein zu Zweibrücken gegründet. Der Verein sieht sich als Verbindungsglied zwischen der Hochschule und der Zweibrücker Öffentlichkeit. Dabei soll der Hochschul-Campus nicht nur ein Ort sein, an dem Naturwissenschaft und Technik auf weltweit höchstem wissenschaftlichem Niveau gepflegt werden. Vielmehr möchte der Naturwissenschaftliche Verein alle interessierten Mitbürger dazu einladen, gemeinsam mit Professoren und Studenten das Abenteuer Naturwissenschaft zu erleben.

Jeder kann Mitglied werden und die Angebote des Vereins nutzen. Regelmäßig lädt der Verein zu Vorträgen ein - so auch jüngst zum Vortrag im Audimax über "Bestimmen Sonnenzyklen unser Klima". Ihn hörten an die 70 Hörer und wurden so Zeugen einer interessanten wissenschaftlichen Erkenntnis. Referent Professor Dr. Horst-Joachim Lüdecke, Diplom-Physiker, Heidelberg, fasste zusammen: "Die CO{-2}-Konzentration der Luft - erdgeschichtlich war sie schon bis zum 17-fachen höher als heute - ist nicht mit der Erdtemperatur korreliert." Das schlug wie eine Bombe ein und veranlasste einen Hörer zu der Frage, die sicher allen auf den Nägeln brannte: "Sind denn alle Klima-Konferenzen Quatsch?"

"Sie meinen sicher die in Marokko gerade." Lüdecke wand sich hin und her und nach einigem Zögern: "Dazu möchte ich denn lieber nichts sagen." Der Ton sprach Bände und brachte die meisten Zuhörer zum Lachen. Lüdeckes Erkenntnisse: Es gab in der Erdgeschichte noch nie ein konstantes Klima, in keiner Klimazone der Erde. "Klima ist chaotisch und oft zyklisch, es ist zu komplex, um modellierbar zu sein."



Die drei Wärmezonen der vergangenen 2000 Jahre, römische, mittelalterliche und moderne, sind wahrscheinlich auf Sonnenzyklen zurückzuführen. Sie sind mit Klimazyklen problemlos erklärbar. "Menschgemachtes CO{-2} ist hierfür nicht erforderlich." Im Übrigen sei CO{-2} unabdingbar für das Leben der Pflanzen, ohne CO{-2} gäbe es keine Pflanzen. "In der Erdgeschichte gab es schon Erwärmungssprünge von zehn Grad in 50 Jahren, während wir heute von 0,7 Prozent davon in 150 Jahren reden." Und auch das betont der Referent: Wir leben heute in einer Wärmephase einer kommenden Eiszeit, die ja vielleicht erst in 1000 Jahren eintritt, aber sie kommt bestimmt. Also keine Hektik bitte.

Am 11. Januar beschäftigt sich der nächste Vortrag beim Naturwissenschaftlichen Verein mit dem "Ursprung der Elemente".

Zum Thema:

Zur Person Horst-Joachim Lüdecke, geboren 1943 in Berlin, ist Physiker und emeritierter Professor für Strömungsmechanik der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes. Seiner These nach bewegen sich die Schwankungen des Klimas im bekannten Rahmen und sind nicht menschengemacht. Damit stieß er vielfach auf Kritik. cms