| 17:28 Uhr

Zu Besuch in der JVA
Sie halten zu Weihnachten die Stellung

 Beim Ministerbesuch (von links): Anstaltsleiter Jürgen Buchholz, Justizminister Herbert Mertin, Janine Fischer (Frauenvollzug), Aline Schiffler (Sanitätsabteilung), Alfred Paquet (Personalabteilungsleiter) und Jürgen Engelbrecht, Chef der Großküche und zugleich Vorsitzender des Personalrates.
Beim Ministerbesuch (von links): Anstaltsleiter Jürgen Buchholz, Justizminister Herbert Mertin, Janine Fischer (Frauenvollzug), Aline Schiffler (Sanitätsabteilung), Alfred Paquet (Personalabteilungsleiter) und Jürgen Engelbrecht, Chef der Großküche und zugleich Vorsitzender des Personalrates. FOTO: Norbert Schwarz
Zweibrücken. Justizminister Herbert Mertin dankt beim Besuch in der JVA Zweibrückern den Bediensteten für ihre Arbeit. Von Norbert Schwarz

Den weiten Weg vom nördlichsten Landesteil in die Südwestpfalz nahm an Heiligabend Justizminister Herbert Mertin auf sich, um in der Justizvollzugsanstalt  Zweibrücken den Frauen und Männern aus dem Vollzugsdienst dafür zu danken, dass sie auch an „Tagen wie diesen“ pflichtgemäß ihren Dienst verrichten. Dabei kam der Justizminister nicht mit leeren Händen, hatte vielmehr eine kleine Aufmerksamkeit dabei und überreichte die Weihnachtstüten selbst in den verschiedenen Abteilungen.  

Anstaltsleiter Jürgen Buchholz merkte bei der Begrüßung an, dass natürlich der Justizvollzug Weihnachten kenne, aber die Versorgung der Anstaltsinsassen schließlich gewährleistet sein müsse. Derzeit, so Buchholz, seien es 236 männliche und 129 weibliche Inhaftierte, die Jüngste gerade 14 Jahre alt. Auch auf die Überbelegung im Frauentrakt wies er hin.

Sein Besuch gerade an Heiligabend in einer Vollzugsanstalt sei ein sichtbares Zeichen der Anerkennung der dort geleisteten Arbeit, stellte Herbert Mertin fest. Ehe der Minister dann mit kleinem Gefolge zu den verschiedenen Abteilungen hinter den hohen Gefängnismauern  aufbrach, um den Bediensteten für die geleistete Arbeit an Heiligabend zu danken, beleuchtete Justizvollzugsanstaltsleiter Jürgen Buchholz die Tagesabläufe gerade an Heiligabend und den folgenden Weihnachtsfeiertagen.



Natürlich seien  Weihnachten wie der nachfolgende Jahreswechsel Tage, die auch an vielen  Anstaltsinsassen nicht spurlos vorübergingen. Breitgefächert wie immer sei das Angebot, oft verstärkt würde das religiöse, aber auch das Freizeitangebot angenommen. „Die Gefangenen können das selbst für sich regulieren“, stellte Jürgen Buchholz fest und dankte den Bediensteten, die alle zwei Jahre in der Regel nicht im trauten Kreis von Familie oder Freunden Weihnachten verbringen könnten.

Personalratsvorsitzender und Küchenchef Jürgen Engelbrecht beispielsweise hatte alle Hände voll in der Großküche zu tun, denn natürlich standen auf dem Speiseplan auch typische Weihnachtsgerichte. So gab es beispielsweise Entenkeule mit Rotkohl, wurde tags zuvor Hirschkeule für die Inhaftierten in der Großküche zubereitet und wurden später zum Nachtisch Bratäpfel mit Vanillesoße gereicht.

Der Justizminister hatte bereits bei der Begrüßung angemerkt, dass solche Besuchstage an Heiligabend bereits in seiner ersten Amtsperiode eingeführt worden seien. Mertin: „Ich bin froh, dass meine späteren Amtsnachfolger an dieser Tradition festhielten. Ich setze sie jetzt auch gern wieder fort.“

Zehn Haftanstalten gibt es im Land inklusive der JVA Zweibrücken. Rund 300 Bedienstete versehen rund um die Uhr an 365 Tagen im Schichtdienst ihre Arbeit. Die JVA Zweibrücken, als Bayerisches Bezirksgefängnis gegründet, ist die ältestete Vollzugsanstalt von allen im Land.