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Marinekameradschaft „Teddy Suhren“
Sehnsuchts- und stimmungsvolle Shanties

 Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ feierte auch im vergangenen Jahr eine mitreißende „Seemannsweihnacht“ in der Zweibrücker Alexanderskirche.
Der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ feierte auch im vergangenen Jahr eine mitreißende „Seemannsweihnacht“ in der Zweibrücker Alexanderskirche. FOTO: Sebastian Dingler
Zweibrücken. In diesem Jahr feiert der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ sein 25-jähriges Bestehen mit einem besonderen Weihnachtskonzert. Wer es am 1. Advent in der Alexanderskirche verpasst, hat zwei weitere Gelegenheiten, die „Seemannsweihnacht“ zu hören. Von Cordula von Waldow

Anlässlich seines 25-jährigen Chorjubiläums kündet der Shanty-Chor der Marinekameradschaft „Teddy Suhren“ für sein Weihnachtskonzert einen „Überrasschungsbeitrag“ an. Die Sänger zwischen 62 und 84 Jahren unter Leitung von Bernd Theisohn und Christel Weber laden zu ihrer mittlerweile 16. „Seemannsweihnacht“ traditionell am ersten Adventsonntag ein.

Am Sonntag, 1. Dezember, ab 17 Uhr erklingen in der Alexanderskirche sehnsuchtsvolle Lieder wie „Auf Weihnachtshafenwache“ oder das „Ave Maria der Meere“. Schwungvolle Titel wie „Weihnacht, Weihnacht“ wechseln mit stimmungsvollen Weisen wie „St. Niklas war ein Seemann“ oder das „Abendgebet nach See“. Dazwischen lockern Gedichte und erstmals eine Dudelsackspielerin das Konzert auf. Der Eintritt zur „Seemannsweihnacht“ ist frei, Spenden im Anschluss sind willkommen. Der Reinerlös wird der Kirche für soziale Zwecke zur Verfügung gestellt. Bevor die Schiffsglocke das Publikum am 1. Advent nach Hause entlässt, singt der Chor gemeinsam mit den Zuhörern „Leise rieselt der Schnee“.

Bei einer Vorstandssitzung der 1976 mit zwölf Mitgliedern unter Leitung von Helmut Herzig ins Leben gerufenen Marinekameradschaft kam die Idee auf, einen eigenen Chor zu gründen. Bis dahin waren sporadisch Shantys und Seemannslieder unter Leitung von Henry Duymel zu dessen Keyboard gesungen worden. Am 12. Oktober 1994 fand die erste Chorprobe unter Leitung des Akkordeonspielers Fritz Hinzelmann statt.



Waren es anfangs nur wenige Sänger, zählte die Shanty-Chorgemeinschaft „Teddy Suhren“ zu ihren Hochzeiten mehr als 30 Aktive. In den ersten Jahren erlebten sie einen mehrfachen Dirigenten-Wechsel. Mal passte die musikalische Ausrichtung nicht, mal das Instrument. Mit dem Akkordeonspieler Bernd Theisohn (62) aus Niederauerbach, bekannt als Alleinunterhalter „Auerbacher Bernd“, fand der Chor den richtigen Mann. Unterstützt wird er in der musikalischen Leitung von der einzigen Frau, seiner Stellvertreterin Christel Weber. „Sie ist eine tolle Bereicherung für den Chor“, lobt der Vereinsvorsitzende, Hans Dörrschuck.

Der Zweibrücker Shanty-Chor ist eines der musikalischen Aushängeschilder der ehemaligen Herzogstadt. Als Patenstadt des U-Bootes U564 wurde Zweibrücken zweimal – 1941 und 1942 – von dessen Kommandant, Reinhard „Teddy“ Suhren, mit seiner Mannschaft besucht. Durch diese Patenschaft führt die heute fast 100-köpfige Marinekameradschaft seit 1992 den Namen „Teddy Suhren“. Unter diesem Namen begeisterte der Zweibrücker Shanty-Chor gemeinsam mit den „Bisstal-Möven“ aus dem saarländischen Differten auch 2001 im amerikanischen Barrie. Seit 20 Jahren wird auch eine Partnerschaft mit Boulogne Sur Mer gepflegt. Während diese durch ein Schrumpfen des französischen Vereins nur noch in Briefen lebt, floriert die Partnerschaft mit Sarrealbe in Lothringen. Dort tritt der Shanty-Chor, der regelmäßig zu Veranstaltungen in Zweibrücken und bundesweit singt, regelmäßig auf. So wird auch das Weihnachtskonzert unter anderem in Frankreich wiederholt. Termine sind am 14. Dezember um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Rieschweiler-Mühlbach sowie am 15. Dezember um 16 Uhr in der evangelischen Kirche „Temple Protestant“ in Saargemünd.

Der Shanty-Chor probt jeden Dienstag von 19.30 bis 21.30 Uhr im Marineheim in der Burrbergstraße. Stimmfeste Sänger sowie Musiker (Akkordeon, Gitarre, Schlagzeug und Bass), die mitwirken möchten, sind herzlich willkommen. Maritime Einstellung und Freude an dem entsprechenden Liedgut genügen als Voraussetzung.