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Möbel Martin
SGD verschiebt Entscheidung über Möbelhaus-Ausbau

 Der Zweibrücker Stadtrat möchte Möbel Martin eine deutliche Erweiterung ermöglichen - doch die SGD Süd bremst jetzt das Raumordnungsverfahren erst einmal: Vor der Genehmigungs-Entscheidung sei ein weiteres Gutachten erforderlich.
Der Zweibrücker Stadtrat möchte Möbel Martin eine deutliche Erweiterung ermöglichen - doch die SGD Süd bremst jetzt das Raumordnungsverfahren erst einmal: Vor der Genehmigungs-Entscheidung sei ein weiteres Gutachten erforderlich. FOTO: Lutz Fröhlich
Neustadt/Zweibrücken. Darf Möbel Martin sein Möbelhaus in Zweibrücken massiv erweitern? Die Entscheidung darüber verzögert sich um noch unbestimmte Zeit. Zwarhatte die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) noch vor einer Woche angekündigt, hierüber bis Ende Juni entscheiden zu werden (wir berichteten). Von Lutz Fröhlich

Doch heute teilte die Landesbehörde in Neustadt an der Weinstraße mit, sie habe „das laufende Raumordnungsverfahren und das Zielabweichungsverfahren zur geplanten Erweiterung des Einrichtungshauses Möbel Martin in Zweibrücken ausgesetzt“.

„Nach Auswertung der vorliegenden schriftlichen Stellungnahmen hat sich gezeigt, dass vor einer abschließenden Entscheidung noch weitere Untersuchungen zu den Auswirkungen des Vorhabens erforderlich sind. Die SGD Süd wird eine ergänzende gutachterliche Untersuchung einholen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

SGD-Sprecherin Nora Schweiker sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, solche Verfahrens-Aussetzungen seien „kein Einzelfall, aber nicht häufig“. Wie lange sich das Verfahren dadurch verhögere, sei noch nicht abschätzbar, erst einmal müsse ein Gutachter beauftragt werden.



Gibt es Zweifel an der von Möbel Martin für das Raumordnungsverfahren beauftragten „Verträglichkeitsanalyse“, mit dem die Auswirkungen auf die Nachbarkommunen ermittelt wurden? „Dieses Gutachten ist im Prinzip ausreichend, mit dem neuen Gutachten sollen aber die ganzen Parameter noch einmal überprüft werden. Aus Anlass der eingegangenen Stellungnahmen von Kommunen kommt alles nochmal auf den Prüfstand.“ Dies betreffe vor allem die Randsortimente.

SGD-Präsident Hannes Kopf hatte bereits vergangene Woche am Rande der SGD-Jahrspressekonferenz unserer Zeitung gesagt, die SGD werde ein besonders kritisches Auge auf diese innenstadt-relevanten Randsortimente werfen. Möbel Martin hatte beantragt, seine Verkaufläche in Zweibrücken von insgesamt 24 000 auf 35 000 Quadratmeter zu erweitern. Davon soll das Nichtmöbel-Randsortiment soll von 2400 auf 3500 Quadratmeter steigen, allein dieses Wachstum entspräche mehr als einem komplett neuen großflächigen Einzelhandelsbetrieb.

Wie viele und welche Nachbarkommunen in ihren Stellungnahmen an die SGD-Süd die Möbel-Martin-Erweiterung abgelehnt haben, verriet Schweikert unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Öffentlich bekannt ist aber, dass kritische Stellungnahmen unter anderem aus Pirmasens, Homburg und Blieskastel kamen.

Ebenfalls heute hat Möbel Martin seinen Neubau am Standort Saarbrücken eröffnet. Darin beträgt die Verkaufsfläche insgesamt 30 000 Quadratmeter.