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Für Kindertagesstätten und Eltern
Auf Schatzsuche nach Kinder-Fähigkeiten

Die Absolventen des sechsmoduligen Seminars in Zweibrücken sind Kita-Erzieherinnen aus der Region.
Die Absolventen des sechsmoduligen Seminars in Zweibrücken sind Kita-Erzieherinnen aus der Region. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Landeszentrale für Gesundheitsförderung hat in Zweibrücken Kita-Erzieher über seelische Gesundheit weitergebildet. Von Nadine Bröcker

Kindertagesstätten sind auch zentrale Orte der Gesundheitsförderung für Kinder. Bisher stellen Präventionsprogramme in Kitas vor allem die körperliche Gesundheit in den Mittelpunkt, beispielsweise mit Maßnahmen zur Bewegungsförderung oder zu gesunder Ernährung. Gesundheit schließt jedoch neben dem körperlichen auch das psychische und soziale Wohlergehen ein. Seelische Widerstandsfähigkeit ist die Voraussetzung für eine gesunde Entwicklung von Kindern und ein erfülltes Leben im späteren Erwachsenenalter.

Die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V. (HAG) hat im Auftrag der gesetzlichen Krankenkassen ein Programm zur Förderung des seelischen Wohlbefindens von Kindern in Kitas namens „Schatzsuche“ entwickelt. Es richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher sowie an Eltern und bestärkt sie darin, die Stärken und Schutzfaktoren der Kinder zu erkennen und zu fördern.

In Rheinland-Pfalz führt die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) seit 2017 dieses Programm gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse (TK) durch.



„Das übergeordnete Ziel ist es, das seelische Wohlbefinden zu fördern. Das funktioniert zunächst über die Erzieher, die es an die Eltern weitergeben. Die Eltern sollen dabei lernen, den Blick auf die Stärken der Kinder zu lenken“, erklärte Anabel Becker, Referentin des Programms „Schatzsuche“ Rheinland-Pfalz. In den Räumen des DRK war diese am vergangenen Mittwoch und Donnerstag zu Gast, um Erzieherinnen aus Zweibrücken und der Region zu Schatzsuche-Referentinnen auszubilden.

Die pädagogischen Fachkräfte besuchten dazu insgesamt sechs Module in drei Blöcken. In den eigenen Einrichtungen soll dann das Wissen an sechs Treffen mit den Eltern weitergegeben werden. Um es bildlich darzustellen, dient als roter Faden das Bild einer abenteuerlichen Schatzsuche, die aus sechs Inseln besteht, etwa zu den Themen „Streit und Lösung“, „Was Gefühle sagen“ oder „Alltag und Familienrituale“.

Eltern bekommen dabei allerhand Informationen über die Entwicklung und das seelische Wohlbefinden von Kindern und erhalten außerdem Unterstützungsmöglichkeiten in der Umgebung.

„Das Besondere ist, dass man sich wirklich auf Schatzsuche nach den Fähigkeiten der Kinder begibt“, erklärte Gabriele Seel von der Kita Vogelbach. Kaja Ridzewski, ebenfalls von der Kita Vogelbach, freut sich bereits auf die Umsetzung des Programms: „Der positive Blick aufs Kind wird gestärkt und geschärft. Als Leitsatz der Fortbildung nehme ich mir mit: Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“