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Kommentar
Schweigen löst keine Probleme

FOTO: Lorenz, Robby / SZ
Wir müssen mal reden. Die Diskussion um die Teilnahme an den Integrationskursen in Zweibrücken treibt ja gerade dem einen oder anderen dicke, pulsierende Adern auf die Stirn. Unter dem entsprechenden Artikel auf unserer Facebook-Seite waren Diskussionsteilnehmer sogar der Ansicht, dass wir über das Thema besser gar nicht hätten berichten sollen. Denn daraus würde nur ein Politikum, von dem die Falschen profitieren. Das halte ich – mit Verlaub – für Unsinn. Es geht nicht darum, zu pauschalisieren oder Feindbilder zu schaffen. Es geht auch nicht darum, Misstrauen zu schüren oder Untergangsszenarien an die Wand zu malen. Aber wenn die Hälfte derer, die zu einem Integrationskurs verpflichtet sind, die Teilnahme ablehnen, und viele Teilnehmer durchfallen, fragen wir: Warum? Wenn Fakten rar sind, versuchen wir welche zu beschaffen. Und wenn öffentliche Stellen tagelang auf Tauchstation gehen, kritisieren wir das. Von Mirko Reuther

Wenn Fremdenfeinde daraufhin pauschal gegen Flüchtlinge hetzen, ist das eklig. Es darf aber kein Grund sein, unbequeme Fragen nicht mehr zu stellen oder wegzuschauen, wenn es konkrete Anhaltspunkte gibt, dass etwas schief läuft. Denn Verschweigen löst keine Probleme – und spielt denjenigen, die gern mit Worten wie Staatsfunk, Zensur oder Meinungsdiktatur um sich werfen, viel mehr in die Karten als eine ehrlich geführte Debatte.