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Auch Stadtschülervertretung diskutierte mit
Missionarischer Eifer im Schulausschuss

 Welches Plus macht Zweibrücken, wenn man die Schulentwicklungspläne von Zweibrücken, Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz addiert?
Welches Plus macht Zweibrücken, wenn man die Schulentwicklungspläne von Zweibrücken, Pirmasens und dem Landkreis Südwestpfalz addiert? FOTO: dpa / Julian Stratenschulte
Zweibrücken. Nach intensiver Debatte war gestern Abend klar: Zweibrücken will beim Schulentwicklungsplan mit Pirmasens und der Südwestpfalz kooperieren. Von Fritz Schäfer

Nach einer dreiviertel Stunde platze Dagmar Pohlmann (Grüne) gestern Abend bei der Diskussion über einen Schulentwicklungsplan im Schulträgerausschuss des Stadtrats der Kragen. „Der missionarische Eifer, mit dem hier gestritten wird ist nicht gut für die Sache. Das ist nur Wahlkampf.“ Im Ausschuss wurde dennoch weiter diskutiert. Bereits in der jüngsten Stadtratssitzung war heftig über das Thema gestritten worden (wir berichteten). Nach einer Stunde stimmte der Ausschuss dann einstimmig zu, dem Stadtrat zu empfehlen ein Unternehmen zu beauftragen, einen Schulentwicklungsplan für die Stadt zu erarbeiten. Vor der Entscheidung soll sich das Unternehmen allerdings in der Stadtratssitzung vorstellen.

Dabei könnte auch ein Bedenken von Walter Rimbrecht (SPD) ausgeräumt werden, was das Büro leisten kann und soll. Unter anderem, ob in den Plan auch die Schulpendler aus dem Saarland berücksichtigt werden können „und was das kostet“. Weiter war Rimbrecht wichtig, dass geklärt ist, dass es sich um einen „unabhängigen Plan“ für die Stadt handelt. Dazu stellte Bürgermeister Christian Gauf (CDU) klar, dass zwar die Städte Zweibrücken und Pirmasens sowie der Landkreis Südwestpfalz einen gemeinsamen Auftrag an ein Büro vergeben, aber alle drei erhielten einen eigenen Plan. Und wenn gewünscht eine Zusammenstellung der Pläne.

Rimbrecht akzeptierte dann auch den Hinweis, dass das Schulverwaltungsamt den Plan „nicht mit dem vorhandenen Personal“ erstellen kann. Dazu erklärte der zuständige Mitarbeiter Martin Gries, dass bei der Erstellung des letzten Schulentwicklungsplans 2008 die Stelle ein Jahr doppelt besetzt gewesen sei. „Parallel zum laufenden Betrieb geht das nicht.“ Zumal mit der Schulbuchausleihe und mehr Ganztagsschulen weitere Aufgaben dazu gekommen seien.



Für Robin Crauser von der Stadtschülervertretung war nach den Erklärungen klar, dass ein externes Unternehmen beauftragt werden muss. Dem schlossen sich auch Ingrid Kaiser (FDP) und Christina Rauch (CDU) an. „Und wenn das mit anderen zusammen gemacht wird, spart das auch Geld“, sagte Crauser. Nach den Angaben sei am 2008er-Plan ein Jahr gearbeitet worden. Gauf hob die vom Land geforderte interkommunale Zusammenarbeit hervor. „Die Zusammernarbeit darf aber nicht zu Lasten Zweibrückens gehen“, warnten Dirk Schneider und weitere SPD-Vertreter im Ausschuss. Dabei hatte er vor allem den Verlust des Förderzentrums an der Canadaschule im Blick.

Kontroverse Ansichten tauschten Rimbrecht und Schulamtsleiter Thomas Deller über die Notwendigkeit eines neu zu erstellenden Schulentwicklungsplans aus, der nach Meinung des SPD-Stadtrats eher ein Raumplan sei. Deller verwies dagegen auf die Leitlinien der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Dirk Schneider (SPD) meinte, dass die nötigen Daten da wären, auf die das Amt zurückgreifen könnte. Ob diese Daten an Dritte weitergegeben werden dürfen, bezweifelte Rimbrecht.