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Ungewöhnlicher Schüleraustausch
Gäste aus Ruanda an der Mannlich-Realschule

Den Schülern und Lehrern aus Ruanda wurde an der Mannlich-Realschule plus ein herzlicher Empfang bereitet.
Den Schülern und Lehrern aus Ruanda wurde an der Mannlich-Realschule plus ein herzlicher Empfang bereitet. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. Die sechsköpfige Gruppe aus Afrika bleibt bis zum 10. Dezember in Zweibrücken, um sich Stadt und Region anzuschauen. Von Nadine Lang

„Heute wird sozusagen Geschichte geschrieben, weil noch nie solch ein Austausch stattgefunden hat“, fasste Markus Meier, Rektor der Mannlich-Realschule plus, vor mehreren 100 Schülern und den Ehrengästen zusammen, denen diese Begrüßung gebührte. Diese Gäste, sechs Schüler eine Lehrerin und der Schulleiter, hatten eine dreitägige Reise aus Ruanda in die Südwestpfalz hinter sich. Für alle war dies die erste Flugreise ihres Lebens und sogleich eine Reise in eine andere Welt.

Vor zwei Jahren hatten die Lehrkräfte Cornelia Müller, Peter Hoffmann und Markus Priester eine Ruanda-AG gemeinsam mit freiwilligen Schülern gestartet. Ziel: Die bestehende Partnerschaft mit der Partnerschule in Ruanda (Vumbi) weiter voranzutreiben. Zum ersten Mal machte sich anschließend eine Gruppe aus 15 Schülern und drei Lehrkräften für zwei Wochen lang auf den Weg nach Ruanda.

„Nach dem Besuch unserer Schüler im vergangenen Jahr, hatte sich deren Leben verändert“, erinnert Konrektor Marc Sadowski daran, welche Wirkung die gesammelten Eindrücke hinterlassen hatten. Wie muss das erst umgekehrt sein, wo die Schüler aus Ruanda nicht mal warmes Wasser aus dem Wasserhahn und Lichtschalter kennen und die Temperaturen zu dieser Jahreszeit so ganz anders sind? „Unsere Gäste kennen das nicht, das ist alles nicht selbstverständlich“, erklärte Markus Meier auch seinen eigenen Schülern bei dem Empfang.



Der gestaltete sich überaus herzlich. Genauso, wie die Zweibrücker Schüler im vergangenen Jahr mit einem Rundgang durch das Dorf von allen begrüßt wurden, so bereiteten die Mannlich-Realschüler ihren Gästen einen Empfang, indem alle Schüler Spalier standen, gemeinsam sangen und gebastelte Plakate hochhielten, während die Gruppe aus Ruanda einmal durch alle Gänge hindurch gelotst wurde, bevor es in der Aula auf der Bühne zum offiziellen Teil überging.

Dort richteten mehrere Redner das Wort an die Gäste, wie auch Schulleiter Ukobukeye Charles aus Ruanda, an seine Gastgeber. Der, so wurde übersetzt, freute sich, dass die zwei Schulen in Partnerschaft verbunden sind und auch darüber, dass dank der Unterstützung, die bislang auch in finanzieller Form geleistet wurde, die Schule bereits Fortschritte machen konnte. Etwa 800 Kinder besuchen die Schule in Ruanda, in der beispielsweise das Wasser bislang nur aus gespendeten Wassertanks kommt.

Die Gäste erwartet nun ein aufregendes Programm. Bis zum 10. Dezember bleiben sie in Zweibrücken. So lange sind sie in verschiedenen Gastfamilien untergebracht, etwa bei Silke Kessler aus Contwig. Die ist gespannt auf die gemeinsame Zeit. „Es ist ja auch für uns eine schöne Erfahrung“, erklärt sie. Ansonsten kümmert sich die Ruanda-AG mit den drei Initiatoren um eine informative Zeit, etwa mit einem Ausflug nach Mainz mit Besuch des Landtags und des Ruanda-Referates, einem Ausflug in die Eishalle mit Schlittschuhlaufen, einer Wanderung bei gutem Wetter zum Trifels, einer Betriebsbesichtigung der Firma Pallmann oder einem Besuch der Stadt Mannheim mit Planetarium und SAP-Arena.