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„Gutenbergs Spielplatz“ in der Bipontina
Schüler führen durch Kunstausstellung

Nela Thienel führte am Freitagmorgen durch die Ausstellung, an der sie selbst mitgewirkt hat.
Nela Thienel führte am Freitagmorgen durch die Ausstellung, an der sie selbst mitgewirkt hat. FOTO: Nadine Lang
Zweibrücken. „Gutenbergs Spielplatz“ ist in der Bipontina noch bis zum Start der Sommerferien zu sehen. Von Nadine Bröcker

Buchdruckerfinder Johannes Gutenberg würde Augen machen, wenn er wüsste, was die Schülerinnen in ihrer Kunstausstellung „Gutenbergs Spielplatz – Schüler/innen des Hofenfels-Gymnasiums präsentieren Buchobjekte” da auf die Beine gestellt haben. Bereits seit dem dritten Mai sind in Zusammenarbeit mit dem partnerschaftlich verbundenen Landesbibliothekszentrum / Bibliotheca Bipontina in der Bibliothek ganz außergewöhnliche Objekte rund ums Buch zu sehen und beweisen damit: Bücher sind keinesfalls langweilig.

Und Kunst, die man daraus anfertigen kann, erst recht nicht. Neun Mädchen haben diese Objekte im Rahmen der Kunst-AG in über 18 Monaten Arbeit angefertigt. Und damit die Besucher der Ausstellung ein noch besseres Verständnis für die Ergebnisse erhalten, führen nun sogar die jungen Künstlerinnen selbst durch die Ausstellung. So waren es anstelle einer Lehrperson am Freitagvormittag die Siebtklässlerin Nela Thienel und die Zwölftklässlerin Lina Lüttke, die eine zwölfte Klasse des Helmholtz-Gymnasiums in den Räumen des LBZ / Bibiotheca Bipontina in Empfang nahmen. Die beiden Mädchen haben schließlich einen ganz besonderen Vorteil: sie können aus erster Hand berichten, schließlich haben sie bei der Entstehung mitgewirkt. Und so ließen sie es sich auch nicht nehmen, so manche Buchobjekte aus den Vitrinen zu nehmen und ihren Ausstellungsbesuchern hautnah zu erklären. „Je mehr man experimentiert, umso mehr schöne Sachen kommen dabei heraus“, erklärte Nela Thienel und ließ sich anmerken, dass sie am Experimentieren mit Form und Farbe selbst den größten Spaß hat. Die beiden ließen den Zwölftklässlern aber auch die Möglichkeit, sich selbst umzusehen, Fragen zu stellen und die spannenden und abwechslungsreichen Objekte kennenzulernen, die sich besonders in der Vielschichtigkeit auszeichnen. Mal mit Prägedruck, mit Zeichnungen, mal geklebt oder verschraubt – die Ergebnisse können sich sehen lassen. „Was vielleicht interessant ist, ist, dass das hier nicht nur herkömmliche Bücher sind, sondern auch Objekte“, erklärte Lina Lüttke und zeigte kleine entstandene Kunstwerke, die zwar aus Büchern entstanden sind, mit dem eigentlichen Lesestoff aber nichts mehr gemein haben. In ihrem Element waren die beiden auch beim Thema Papierschöpfen. Im Zeitungsmuseum in Wadgassen stellten die jungen Künstlerinnen für dieses Projekt Papier selbst her und freuten sich, dieses Wissen, gestützt durch Fotografien vom Entstehungsprozess in der eigenen Ausstellung nun weiterzugeben. Die Ausstellung kann noch bis zum letzten Schultag vor den Sommerferien, also bis Freitag, 22. Juni, besucht werden. Entweder alleine zu den Öffnungszeiten der Bipontina oder aber als Schulklasse gerne auch im Rahmen einer Führung von Schülern für Schüler. Schulen, auch Grundschulen, können sich dafür gerne an das Hofenfelsgymnasium wenden und um Kontaktaufnahme mit Iris Seyler bitten.