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Wetterrückblick Januar
Schneeglöckchen statt Schneeflöckchen

Zweibrücken. Der Januar ist auch in unserer Region deutlich wärmer ausgefallen als gewöhnlich. Von Michael Agne

Richtiges Winterwetter hatte der Januar nicht in seinem Programm. Meist blieb es milder als normal und zu trocken. Auch im Februar sieht es alles andere als winterlich aus. Kräftige Tiefdruckgebiete bringen häufig Regen, Wind und milde Luft.

Das Jahr 2020 startete trübe und oft auch neblig. Zeitweise regnete oder nieselte es. Die Tagestemperaturen bewegten sich meistens zwischen null und acht Grad, nachts rutschte das Quecksilber gelegentlich auch mal in den leichten Frostbereich. Über die Monatsmitte wehte mit lebhaftem Südwestwind ein Hauch milder Vorfrühlingsluft in die Pfalz. Mit reichlich sonniger Unterstützung konnten die Temperaturen oft in den zweistelligen Bereich von zehn bis 14 Grad klettern. Anschließend gingen die Temperaturen hinter einer Kaltfront zurück. Am Vormittag des 19. fielen einige Schneeflocken. Danach übernahm ein kräftiges Hochdruckgebiet mit einem Rekordluftdruck von über 1045 Hektopascal die Initiative. Mit Winddrehung auf Nordost trocknete die Luft ab und die Sonne konnte sich etablieren. Bei nächtlichem Sternenhimmel wurde es verbreitet frostig. Zum Monatsende nahmen wieder vermehrt Atlantische Störungsgebiete Kurs auf die Region. Bevor sich milde Luft durchsetzte, gab es ein kurzes winterliches Gastspiel mit Blitz und Donner.

Regionale Wetterdaten Das Mittel der Lufttemperatur lag im Januar mit 3,4 Grad Celsius um 2,3 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert. „Heiztage“ (Tagesmittel unter 15 Grad) gab es 31. „Vegetationstage“ (Tagesmittel 5,0 Grad und mehr) konnten elf verbucht werden. „Frosttage“ (Tiefsttemperatur unter 0,0 Grad) gab es 15. „Eistage“ (Höchsttemperatur unter 0,0 Grad gab es einen einzigen. „Bodenfrosttage“ (Tiefsttemperatur in fünf Zentimeter über dem Erdboden) zählte man immerhin 23. Der tiefste Wert mit frostigen minus 5,0 Grad resultierte am 22. Der höchste Wert dieses Monats wurde am 16. mit sehr milden 12,8 Grad verzeichnet. Der niedrigste auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck wurde am 28. mit 995,8 Hektopascal gemessen. Der höchste auf Meereshöhe reduzierte Luftdruck wurde am 20. mit rekordverdächtigen 1045,1 Hektopascal gemessen. Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei 55,9 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht 73,3 Prozent des langjährigen Monatsmittels. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 51,1 Liter pro Quadratmeter, in Morlautern waren es 24,9 Liter pro Quadratmeter, in Trippstadt waren es 59,8 Liter pro Quadratmeter, in Landstuhl waren es 57 Liter pro Quadratmeter, in Zweibrücken waren es 51,4 Liter pro Quadratmeter und in Riedelberg an der französischen Grenze waren es 56,0 Liter pro Quadratmeter. Der Niederschlag konzentrierte sich auf 16 Tage. Der meiste Niederschlag fiel in Lambsborn mit 15,6 Litern pro Quadratmeter am 27.. An nur einem Tag fiel Schnee oder Schneeregen, bzw. trat Graupel auf. Eine winterliche Schneedecke konnte nicht festgestellt werden. Am 28. blitzte und donnerte es öfters mal. An elf Tagen wurde hier Nebel beobachtet. Tage mit starkem Wind gab es vier. „Heitere Tage“ (Bewölkungsmittel unter 20 Prozent) gab es drei. „Trübe Tage“ (Bewölkungsmittel über 80 Prozent) beobachtete man 19. Die restlichen Tage lagen dazwischen. Zu insgesamt 76,7 Prozent war der Himmel während dieses Monats von Wolken überzogen (normal). Die Sonnenscheindauer erreichte 55 Stunden. Das entspricht 96,8 Prozent des langjährigen Mittels. Durchschnittlich schien sie an jedem Tag etwa eine Stunden und 46 Minuten.



 Der Januar wirkte nur an wenigen Tagen wirklich winterlich. Ganz im Gegenteil ließen einzelne Tage sogar an den Frühling denken.
Der Januar wirkte nur an wenigen Tagen wirklich winterlich. Ganz im Gegenteil ließen einzelne Tage sogar an den Frühling denken. FOTO: dpa / Kay Nietfeld