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Schienenfreunde sehen sich durch S-Bahn-Gutachten bestätigt

Zweibrücken. Bei den Zweibrücker Schienenfreunden ist die Freude über das positive Gutachten zur Reaktivierung der Bahnstrecke nach Homburg groß. Jetzt sei die Politik gefragt, grünes Licht zu geben. Fritz Schäfer

"Ich war schon immer überzeugt, dass die S-Bahn einen volkswirtschaftlichen Nutzen hat", sagt der Vorsitzende des Vereins zur Förderung des Schienenverkehrs in und um Zweibrücken , Bernhard Marschall. Mit dem Gutachten habe man jetzt den Beleg "auf der Hand. Wenn man den Güterverkehr auf der Strecke noch einrechnen würde, wäre das Ergebnis der Untersuchung sogar noch besser." Am Dienstag hatten das Gutachterbüro Intraplan und das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart die Endfassung der Nutzen-Kosten-Untersuchung für die Einbeziehung der stillgelegten Bahnstrecke Homburg-Zweibrücken in das S-Bahn-Projekt dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und den Verkehrsministerien in Mainz und Saarbrücken vorgelegt - demnach rechnet sich die Reaktivierung knapp (wir berichteten).

In der Untersuchung gehe es um Zahlen. Doch entscheidend sei die Politik. "Die ist jetzt gefragt", betont Marschall. Und da ist der Schienenfreunde "guter Dinge", dass sich die beiden Länder über die Investitions- und Betriebskosten einig werden. Zumal auch Homburg "Nutznießer" der Reaktivierung sei. Denn die Haltestellen wie Einöd oder Schwarzenacker würden quasi "kostenlos" aufgewertet. Auch Peter Schehl, Beisitzer des Vereins, hatte schon immer vermutet, dass das "Ergebnis einen Wert von mehr als eins hat". Das werde aber erst ein "genauer Blick" in die Untersuchung zeigen. Offen bliebe bisher noch die Frage, wie viel größer. Eine weitere Frage sei, wie sich die Reaktivierung der Bahnlinie in andere Schienenverkehrsprojekte der Länder einsortiere. Das positive Ergebnis sei eine "notwendige" Voraussetzung für eine Reaktivierung. Ob es eine "hinreichende" sei, entscheide die Politik.

Der Vorsitzende des Zweibrücker Verkehrsvereins, Jürgen Lambert, hatte das Thema bei der Versammlung des Vereins am Dienstag angesprochen. Nach dem positiven Ergebnis seien jetzt die Landesregierungen in Mainz und Saarbrücken aufgefordert, die Verteilung der Betriebskosten zu regeln. "Für die Verteilung der Investitionskosten hat Rheinland-Pfalz ja schon ein großzügiges Angebot gemacht." So hatte Ministerpräsident Malu Dreyer (SPD ) im vergangenen Mai die Zusage erneuert, dass sich das Rheinland-Pfalz an den saarländischen Kosten der Reaktivierung beteiligen werde. Lambert hatte bei seinem Bericht hervorgehoben, dass auch die saarländischen Nachbarn insbesondere im Bliestal ein Interesse an der S-Bahn hätten.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Susanne Ganster begrüßte, dass das Gutachten "nach längerer Verzögerung endlich vorliegt. Noch mehr freut mich, dass die Signale daraus wohl positiv sind", so Ganster. Sie mahnte: "Jetzt erwarte ich von der Landesregierung, dass man umgehend die Versprechungen in die Tat umsetzt und die Reaktivierung in die Wege leitet".