| 22:32 Uhr

Präsenz bei Abstimmungen
Schäfer empört über „Faulenzer“-Urteil von „Bild“

Anita Schäfer fühlt sich von diesem „Bild“-Artikel völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Anita Schäfer fühlt sich von diesem „Bild“-Artikel völlig zu Unrecht an den Pranger gestellt. FOTO: Büro Schäfer
Zweibrücken. Ist Anita Schäfer eine der zehn faulsten Abgeordneten des Deutschen Bundestags? In einem Artikel der Bild-Zeitung vom Samstag jedenfalls steht die Zweibrücker Wahlkreisvertreterin auf Platz neun oder zehn einer Liste der „Top-Schwänzer“ von Bundestags-Abstimmungen.

Schäfer habe im neuen Bundestag in den vergangenen zwölf Monaten an 16 oder 17 „besonders wichtigen“ namentlichen Abstimmungen nicht teilgenommen.

Schäfer ist empört und entsetzt über die Darstellung der Boulevardzeitung. Denn die schreibt in dem Artikel zwar „Abwesenheiten wegen Krankheit oder Schwangerschaft wurden bei der BILD-Top-Ten-Liste nicht eingerechnet.“ Tatsächlich aber habe sie an den Abstimmungen, wegen der sie in die „Spitzenreiter“-Schwänzer-Liste geriet, „wegen eines mehrwöchigen Krankenhausaufenthalts nicht teilnehmen können“, sagte Schäfer gestern Nachmittag auf Merkur-Anfrage. Tatsächlich gehöre sie wohl zu den Abgeordneten mit der besten Präsenz-Quote im Bundestag: „Ich habe vor meinem Krankenhausaufenthalt in zwanzig Jahren wenn’s hochkommt fünf Mal gefehlt!“

Auch auf ihrer Facebook-Seite wies Schäfer den Bild-Artikel deutlich zurück und schrieb unter anderem: „Dass mir im Vorfeld der Veröffentlichung im Gegensatz zu anderen Abgeordneten auch nicht die Möglichkeit gegeben wurde, Stellung zu beziehen, empfinde ich ebenfalls als empörend und unlauter. Medien spielen in unserer Demokratie eine wichtige Rolle, diese können sie aber nur wahren, wenn sie seriös, gewissenhaft und ausgewogen arbeiten. Von der größten deutschen Tageszeitung erwarte ich, dass sie diesen Anspruch an sich selbst stellt!“



(lf)