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Oberbürgermeister-Wahlkampf
Vergiftete Wahlempfehlung für Gauf von Satire-Partei

Zweibrücken. Die Serie von Wahlempfehlungen für die Oberbürgermeister-Stichwahl am 14. Oktober reißt nicht ab. Nach allen vier ausgeschiedenen Kandidaten und drei kleinen Ratsfraktionen spricht auch „Die Partei“ eine Wahlempfehlung aus.

Die ist zwar – wie alle bisherigen Empfehlungen außer der Linken – für Christian Gauf (CDU) statt für Marold Wosnitza (SPD). Gauf nutzen dürfte dies aber wenig – denn die Begründung der (im EU-Parlament vertretenen) Satire-­Partei ähnelt eher politischen Peitschenhieben als Streicheleinheiten.

„Gauf ist der authentischere Oberbürgermeister für Zweibrücken“, überschreibt „Die Partei“ ihre Erklärung. „Zweibrücken war bestimmt mal eine schöne Stadt, voll Leben, Tatendrang und Träumen. Heute steht sie wie ein alter, verbitterter Mann im Fester und schüttelt wütend die Faust. Gerne würde sie die Zeit zurückdrehen. Dahin, wo die Leute noch ihre Besorgungen in der Innenstadt tätigten statt im Internet zu bestellen und ihre Kleidung noch vom Schneider holten statt im Marken-Outlet. (...) Wo ist die gute alte Tradition, die alten Werte? Was waren das noch für Zeiten, wo die Industrie brummte, die Kneipen und Restaurants überquollen und Neonazis Jahr für Jahr durch die Stadt marschieren konnten, ohne, dass Linksextremisten in ihre Trillerpfeifen bliesen und das schöne Bild der bunten und weltoffenen Stadt Zweibrücken beschmutzten?“

Niemand könne diese Stadt besser vertreten als Gauf, so Die Partei: „Ein konservativer Mann ohne fortschrittliche Ziele, dem man sein jugendliches Lächeln abkaufen kann, wenn man seine leeren und hoffnungslosen Augen und seinen Fetisch für den Status quo ignoriert.“



(lf)