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Saarländertag
Amicitia feiert Jubiläum mit Rock und Fifties-Sound

 Musik aus der Wirtschaftswunderzeit präsentieren die Wonderfrolleins.
Musik aus der Wirtschaftswunderzeit präsentieren die Wonderfrolleins. FOTO: Markus Gath/The Wonderfrolleins
150 Jahre wird der Verein Amicitia 2019 alt. Das ganze Jahr über wird gefeiert. Ein Höhepunkt findet am Saarländertag statt. Gleich zwei tolle Bands laden zum Mittanzen und Mitsingen ein.

Bereits im Mai fand ein Festakt im Herzogsaal der Stadt Zweibrücken statt. Anstelle einer Laudatio mit vielen Zahlen und Daten wurde als Gastredner der bekannte Kabarettist Detlef Schönauer, bekannt auch als Jaques Bistro, eingeladen. Abgerundet wird das Jubiläumsjahr mit dem Freundschaftsabend im Oktober mit Ehrung zahlreicher Personen, die über 50 Jahre Mitglied der Amicitia sind. Am kommenden Donnerstag, 15. August, steht jetzt das Konzert anlässlich des Saarländertages an.

Von 11.30 bis 14.30 Uhr spielt Downwind einen Mix aus Rock-Klassikern der letzten 40 Jahre. Dabei finden sich Songs der Dire Straits, Pink Floyd und Bruce Springsteen.

Die Acoustic-Rock Formation Downwind existiert seit 2000. Das Vater-Sohn-Gespann Gerd und Mark Schlick startete zunächst zusammen mit Leadgitarrist Volker Pfeiffer als Gitarren-Trio. Bassist und Sänger Stephan Eberle sowie Drummer und Background-Sänger Rainer Frantzen kamen zeitversetzt hinzu. Zahlreiche Konzerte im Südwesten Deutschlands, wie der Auftritt im Rahmen der WM-Meile 2006 in Kaiserslautern oder diverse Konzerte auf Stadt- und Dorffesten präsentierten die Publikumsnähe der Band.



The Wonderfrolleins stehen von 15 bis 18.30 Uhr auf der Bühne. Mit „The Mamas & The Papas“ darf geträumt und mitgesungen werden. Mit „Louis Prima“ geswingt und mit lateinamerikanischen Klängen aus Mexiko, Kuba oder Brasilien wird Tropenzauber heraufbeschworen. Musikalische Abstecher in andere Jahrzehnte sind ebenso im Programm der Frolleins wie musikalische Reisen nach Übersee. Mit Witz, Charme und Temperament fegen die drei gestandenen Profi-Musikerinnen durchs deutsche Wirtschaftswunder.

Mit Titeln aus den 50er und frühen 60er Jahren reißen sie schon nach wenigen Takten ihr Publikum mit. So bunt wie ihre Petticoat-Kleider ist auch das Repertoire der Wonderfrolleins. Verstärkt wird das Frollein-Trio durch den Schlagzeuger Rainer Rumpel, alias Don Giorgio.

Gegründet wurde der Freundschafts-Verein Amicicia im Jahr 1869 von selbstständigen Unternehmern, Handwerkern und Händlern der Stadt. „Sie wollten damit einen Gegenpol setzen, denn Zweibrücken war in dieser Zeit als Garnisonsstadt vorwiegend militärisch geprägt“, erklärt Karl Manderscheid, der seit nunmehr 51 Jahren dem Verein angehört. Diese waren, im Gegensatz zu heute, weitaus geringer angesehen als die Offiziere, meist Adlige oder Söhne aus begütertem Hause, die zu dieser Zeit in Zweibrücken den Ton angaben.

Deren geselliges Leben war dem Bürgertum verwehrt und so bot die Amicitia eine willkommene Alternative. In den Anfangsjahren standen die Maskenbälle in der Faschingszeit im Mittelpunkt neben dem freundschaftlichen Austausch. Viel mehr ist darüber nicht bekannt, denn aus Angst vor möglichen Repressalien wurden die Protokollbücher im Zweiten Weltkrieg verbrannt. Danach untersagten die Besatzungsmächte alle Vereine. Da die Amicitia glaubhaft machen konnte, niemals politisch aktiv gewesen zu sein, durfte sie jedoch recht bald ihre Tätigkeit wieder aufnehmen.

Karl Manderscheid, der dem Zweibrücker Geselligkeitsverein 1968 beitrat, erinnert sich gut an die zahlreichen Veranstaltungen, zu denen vielfach prominente Gäste eingeladen wurden. Lange Jahre lud der Verein mit Maskenball, Frühlingsball, Sommernachtsball und Herbstball zu vier Tanzveranstaltungen im Jahr. „Die waren alle gut besucht“, erinnert sich der Rentner. Heute hat der Verein noch rund 300 Mitglieder.

Mit fast 2000 Besuchern auch bei den allseits beliebten Weinfesten in der Festhalle konnte die Amicitia ein kleines Vermögen aufbauen, von dem der Verein dank sparsamer Führung bis heute zehrt. „Die Leute standen Schlange, um Karten zu bekommen“, beschreibt der Schriftführer die Beliebtheit.

Großen Zulauf fanden auch die Nikolausfeiern, die der vor wenigen Jahren verstorbene Paul Krafzig als Nikolaus mit großer Liebe für die Kinder gestaltete.

„Einmal waren es 132 Kinder“, findet Karl Manderscheid in seinen Aufzeichnungen. Zahllose Fahrten und Reisen trugen den Namen Zweibrücken und Amicitia weit über Deutschland hinaus. 2000 Mitglieder waren es in den 1980er Jahren. „Da waren wir mit drei voll besetzten Bussen unterwegs“, weiß der Senior zu berichten. Für immerhin noch 50 Teilnehmer ging es in diesem Jahr mit dem Reisebus nach Fulpmes ins Stubaital in Tirol. Dort wartete ein abwechslungsreiches Programm auf die Reiseteilnehmer. „Auf die Fahrt wird geradezu gewartet“, erklärt Karl Manderscheid.⇥ cvw/cms

 Downwind spielen einen Mix aus Rock-Klassikern der vergangenen 40 Jahre.
Downwind spielen einen Mix aus Rock-Klassikern der vergangenen 40 Jahre. FOTO: Band