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Saar-Regierung ist am Zug

 Bislang fahren vom Zweibrücker Bahnhof nur Züge bis Pirmasens und Zweibrücken. Die Reaktivierung der Homburg-Strecke würde umsteigefreie Verbindungen mit der S-Bahn Rhein-Neckar bis hinter Heidelberg ermöglichen. Foto: Jan Althoff
Bislang fahren vom Zweibrücker Bahnhof nur Züge bis Pirmasens und Zweibrücken. Die Reaktivierung der Homburg-Strecke würde umsteigefreie Verbindungen mit der S-Bahn Rhein-Neckar bis hinter Heidelberg ermöglichen. Foto: Jan Althoff FOTO: Jan Althoff
Zweibrücken. In Zweibrücken wächst die Zuversicht, dass die Bahnstrecke Zweibrücken–Homburg reaktiviert wird. Doch Saar-Verkehrsministerin Anke Rehlinger äußert sich zurückhaltend: „Für neue Projekte wachsen die Bäume nicht in den Himmel.“ Fritz Schäfer

Die Sektkorken lässt der Vorsitzende des Zweibrücker Vereins zur Förderung des Schienenverkehrs, Bernhard Marschall, noch nicht knallen. Auch wenn die beschlossene Erhöhung der Regionalisierungsmittel für den Ausbau des regionalen Bahnverkehrs "eine tolle Sache" sei. Von dieser Erhöhung hatte der Staatssekretär im saarländischen Verkehrsministerium, Jürgen Barke (SPD ), bei der Vorstellung der positiven Nutzen-Kosten-Analyse im März die Verlängerung der S-Bahn nach Zweibrücken abhängig gemacht (wir berichteten).

Am späten Donnerstagabend hat der Bund nun eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel von 7,3 Milliarden Euro auf acht Milliarden Euro ab 2016 zugesagt.

"Es ist ein wichtiger Schritt. Aber über den Berg sind wir noch nicht", sagt Marschall. Erst wenn sich Rheinland-Pfalz und das Saarland geeinigt hätten, sei das Thema durch. "Aber es sieht gut aus." Marschall ist sich sicher, dass sich die Landesregierungen einigen. Zumal das Saarland auch einen großen Nutzen habe: Durch die Reaktivierung der Bahnstrecke würde nicht nur der Zugverkehr in Homburg erhöht, sondern auch die Infrastruktur in Beeden, Schwarzenacker und Einöd verbessert.

"Jetzt müssen die Saarländer zustimmen", fordert der Zweibrücker Wahlkreis-Landtagsabgeordnete Fritz Presl (SPD ). Die Saar-Regierung habe die Zustimmung von den Regionalisierungsmitteln abhängig gemacht. "Dieses Hindernis ist jetzt beseitigt." Presl betont, dass Rheinland-Pfalz zu der Zusage aus dem Jahr 2011 stehe, die Hälfte der für das Saarland anfallenden Investitionskosten zu übernehmen.

Auch der Sprecher des Mainzer Infrastrukturministeriums, Joachim Winkler, begrüßt die Einigung. "Die Landesregierung steht hinter dem Projekt." Bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung nächsten Dienstag besprächen die beiden Landesregierungen vor dem Hintergrund der Regionalisierungsmittel-Entscheidung das weitere Vorgehen.

"Es hat sich gelohnt, bei den Verhandlungen nicht locker zu lassen, obwohl es etwas hinter dem Optimum zurückbleibt", sagt die saarländische Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD ). Die Mittel reichten aus, um ein verlässliches ÖPNV-Angebot sicherzustellen. "Aber für neue Projekte wachsen die Bäume natürlich nicht in den Himmel. Den Plan zur Reaktivierung der Bahnstrecke werden wir mit den rheinland-pfälzischen Partnern besprechen, wenn wir endgültige, auf die Region heruntergerechnete Zahlen auf dem Tisch haben."

Die Zweibrücker Wahlkreis-Bundestagabgeordnete Anita Schäfer (CDU ) erwartet, dass nach der vom Saarland gewünschten Erhöhung der Regionalisierungsmittel jetzt "das Vorhaben schnellstens angegangen werden muss".

"Wir fordern die Landesregierung auf, in der gemeinsamen Kabinettsbesprechung mit der saarländischen Regierung das Projekt der S-Bahn-Verlängerung nach Zweibrücken endgültig zu beschließen", schreiben der Zweibrücker CDU-Chef Christoph Gensch und die CDU-Landtagsabgeordnete Susanne Ganster (Pirmasens-Land): "Eine weitere Verzögerung des Projekts bei dem gewonnenen Gestaltungsspielraum wäre den Bürgern in Zweibrücken und Umgebung nicht zu erklären."