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Rost in der Kunst

Collagen mit Nummernschild und Rost des Luxemburger Künstlers Nico Hienckes in der Galerie Prisma. Foto: Margarete Lehmann
Collagen mit Nummernschild und Rost des Luxemburger Künstlers Nico Hienckes in der Galerie Prisma. Foto: Margarete Lehmann FOTO: Margarete Lehmann
Zweibrücken. Dass Rost nicht nur als Abfallprodukt zu sehen ist, beweisen derzeit zwei Künstler in der Ausstellung „Rostiges“ in der Galerie Prisma. Noch bis 3. Juni können die Werke besucht werden. Peter Fromann

Rost zählt bei den Künstlern Nico Hienckes und Katja Heß nicht zu ungewollten Verfallserscheinungen, zu Schott und Abfall, sondern ist elementarer Bestandteil ihrer Arbeiten, ein Werkstoff, der vielsagend sein kann, wird er nicht nur als Material eingesetzt, sondern speziell als Bedeutungsträger. Zum Beispiel als Collage gearbeitet: Ein angerostetes amerikanisches Autonummernschild auf blauem Grund, Grund, der ebenfalls Roststellen aufweist. Da entsteht sofort eine ganze Geschichte im Kopf des Betrachters: Die Besatzungszeit mit all ihren Höhen und Tiefen damals, vielleicht eine Romanze dabei, ein siebter Himmel oder ein Urlaub am Meer. Der Künstler Nico Hienckes aus Luxemburg hat einige Bücher darüber geschrieben, zum Beispiel "Faszination Rost".

"Ich stöbere auf Flohmärkten nach rostigem Metall, Draht, alten Handschriften, die ich dann in meinen Werken verarbeite", sagt er. "Mein Wunsch, meine Hoffnung ist es, dass es vielen Menschen gelingt, in meine Bilder einzutauchen, sich durch die verschiedenen Schichten vorzuarbeiten, ihre Tiefen zu verstehen und zu fühlen und Freude bei der Entdeckung von Neuem zu empfinden. Bei der Verwendung von Rost auf den Bildern, weiß man nie genau, wie sich der Rost verteilen wird, die Spannung während des Vorgangs wächst, man kann nur grob dirigieren, nicht steuern." Die Lieblingsfarbe des Künstlers ist das Blau, dessen Faszination gewann er auf einer Reise durch Indien. Blau ist eine sehr emotionale Farbe, was zeigt das eindringlicher als die "Blaue Blume der Romantik" von Novalis.

Die Ausstellung "Rostiges" in der Galerie Prisma, Lammstraße 6, ist noch bis zum 3. Juni zu sehen, geöffnet freitags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr.