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OGV Niederauerbach
Rosen mit gekonntem Schnitt verjüngt

Rosenschnitt in der Praxis beim OGV Niederauerbach.
Rosenschnitt in der Praxis beim OGV Niederauerbach. FOTO: Margarete Lehmann
Niederauerbach. Der OGV Niederauerbach führte einen Rosenschnittkurs durch. Anschließend wurden Mitglieder geehrt. Von Peter Fromann

Es wehte kürzlich oben am Vereinsheim des OGV Niederauerbach in der Gersbergerhofstraße ein eisiger Wind. Doch Obst- und Gartenbauer sind aus hartem Holz geschnitzt. Häufige Schnittkursbesucher und Rosenfreunde bringen zu jedem Kurs eine Menge eigene Erfahrungen mit. Gärtnermeister Heiko Hübscher, für den Rosengarten in Zweibrücken zuständig, fasste einst zusammen: „Ein uralter Zopf ist gleich mal abzuschneiden, bevor es ans Rosenschneiden geht: Man schneidet die Rosen nicht extra schräg an, wie schon bald Jahrhunderte lang geschrieben steht.“ Es gebe keine vernünftige Erklärung für die Schräge. Dass Wassertropfen sich an der Schnittfläche hielten und zum Faulen führten, sei eine Mär.

Kräftig wachsende Rosen werden weniger geschnitten als schwach wachsende. Bei letzteren genügen drei Triebe. Eigentlich könne man gar nicht zu viel schneiden. Die Veredlungsstelle liege bei richtig gesetzten Rosen fünf Zentimeter unter der Oberfläche. Selbst, wer alles Sichtbare wegschneidet, vernichte damit nicht die Pflanze.

Den Schnittkurs beim OGV Niederauerbach führt Herbert Reinhard durch. Er beschäftigt sich schon seit bald 50 Jahren mit Rosen. Viele Jahre habe man Rosen auf Schönheit gezüchtet, dann wieder auf betörenden Duft oder auf beides sogar. Und gleich beginnt Reinhard zu schneiden, erzählt dabei, weshalb das eine weg müsse und das andere stehen bleibe.



„Warum schneidet man Rosen überhaupt?“, fragt er. Eisiges Schweigen ringsum. „Man muss die Rosen mit dem Schnitt verjüngen!“ Das Schneiden als Pflegemaßnahme dient auch dazu, die Rosen kräftig, schön und gesund zu erhalten. Würde man sie nicht schneiden, dann würden die Zweige immer länger, dünner und im unteren Teil kahler, so dass die Pflanze weniger Blüten hervorbringen und anfälliger für Schädlinge sein wird.

Es gab wieder eine ganze Menge zu lernen und jeder konnte gleich einen Rosenstrauch schneiden, um es selbst in der Praxis zu üben.

Reinhard sagt: „Beim Rosenkauf auf keinen Fall Treibhausrosen holen, weil sie beim Einpflanzen einen Schock bekommen können und nur so vor sich hinkümmern. Rosen werden am besten im Oktober/November eingepflanzt und einmal im Jahr mit organischem Dünger versorgt. Bernhard Burgard erklärt: „Ich hab mich schon als Junge für die Natur begeistert, jetzt bin ich dabei, Hochstammrosen zu züchten. Dazu habe ich mir Wildlinge besorgt und die veredelt, mittlerweile blühen sie prächtig.“ Achim Lutzy, ehemalige Vereinsvorsitzender, ergänzt: „Vor einer Woche hatten wir den jährlichen Baumschnittkurs, zwölf Interessierte waren dabei.“

Anschließend wurde die Jahreshauptversammlung mit Ehrungen durchgeführt. Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt und erhielten eine silberne Vereinsnadel: Anita Blauth, Helga Hartmann, Sonja Koch und Theo Dauber.