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Show in der Festhalle
Rhythmus und Leidenschaft

Drei Stunden lang begeisterten De Corazón in der Festhalle.
Drei Stunden lang begeisterten De Corazón in der Festhalle. FOTO: cvw
Zweibrücken. Drei Stunden lang begeisterte die saarländische Santana-Tribute-Band „De Corazón“ mit den Top-Hits des Vorbilds. Von Cordula von Waldow

„Jeder Ton, den Du spielst, muss ein Ton sein, der aus Deinem Herzen kommt“, hatte Carlo Santanas Vater seinem Sohn einst mitgegeben. Das galt auch für die saarländische Band De Corazón, die am Samstagabend mit ihrer  „Santana-Tribute-Show“ die Zweibrücker Festhalle zum Klatschen, Tanzen und Singen brachte.

Die Leidenschaft für die Musik von Carlos Santana und lateinamerikanische Rhythmen haben diese Band vor knapp zwei Jahren zusammengeführt. Gemeinsam mit 450 Santana-Fans feierten die sieben Musiker und zwei Tänzer rund um den saarländischen Musiker Eddie Gimler drei Stunden lang die seit 50 Jahren erfolgreiche Kultband und ihre Musik.

Carlos Augusto Santana Alves kreierte Ende der 60er-Jahre seinen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil mit einer Mischung aus Rock, Blues und lateinamerikanischen Rhythmen, der als Latin Rock bekannt wurde. Neu war nicht nur der ganz eigene Gitarrenstil, den der gebürtige Mexikaner prägte. Neu waren auch drei Schlagzeuge auf der Bühne, berichtete Eddie Gimler, der in seiner Moderation die Geschichte von Santana und ihren Erfolgen aufleben ließ.



Gleich vom ersten Ton an übertrugen sich Herzblut, Begeisterung für die Musik von Santana und vor allem die lateinamerikanischen Rhythmen auf die Woodstock-Generation im Heinrich-Gauf-Saal. Rumba, Salsa, Cumbia und Samba, Blues, Rock und Soul verschmolzen zu einer vibrierenden Einheit, von Santanas Anfängen mit Woodstock 1969 bis hin zu den jüngsten Titeln, mit denen das Original nach wie vor um die Welt tourt. Mit Top-Titeln, etwa dem karibisch-rockigen „Maria“ oder dem magischen „Black Magic Woman“ von Fleetwood Mac kam sofort Stimmung auf.

Mit dem Duett „Game of Love“, mitreißend interpretiert von Eddie Gimler und der Frontfrau der Band, Laura Maas, hatte Santana 2002 einen Grammy gewonnen. Begeisterungspfiffe und Szenen-Applaus erhielten auch die Schlagzeuger Leo Ortegader und Harald Simons, Percussionist Thomas Hammer, der zypriotische Bassist Neophytos Stephanon und der Saarbrücker Achim Schneider am Keyboard für ihre fulminanten Soli. In einem wunderbaren Spannungswechsel folgten rhythmisch heiße, aufwühlende, oft mit den lateinamerikanischen Tanzeinlagen des wunderbar aufeinander eingespielten Tanzpaares Ronaldo Ananda und Angelina Greco verkörperte Stücke und besinnlichere Titel. Von den Anfängen bis in die Neuzeit erklangen Welthits wie „Jingo“, „She’s not there“, „Love of my life“, „Dance, Sister, dance“ und natürlich Santanas weltberühmtes „Samba Pa Ti“.

Für die passende Stimmung sorgten auch die faszinierende, farbenprächtige Lichtgestaltung und geschickte Bildmontagen. So lebte mit alten Szenenfotos Santanas großer Filmerfolg beim Woodstock-Festival mit „Soul Sacrifice“ wieder auf. „Das ist nahezu original Santana. Ich finde es ganz toll!“ freuten sich Susanne und Helmut Berrang aus Seelbach. „Wir sind damit groß geworden.  Das weckt Jugenderinnerungen“, schwärmte Hansjörg Maret aus Blieskastel. Ehefrau Doris lobte: „Das Programm in Zweibrücken ist in diesem Jahr ganz phantastisch. Und, schreiben Sie das unbedingt auf: Die Mitarbeiter im Zweibrücker Kulturamt sind ganz ausgezeichnet!“