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Arbeitsplatzentwicklung
Rekordzahlen auf Kreuzberg und Flugplatz

 Insgesamt 1186 Beschäftigte waren im vergangenen Jahr im Zweibrücker Fashion Outlet angestellt.
Insgesamt 1186 Beschäftigte waren im vergangenen Jahr im Zweibrücker Fashion Outlet angestellt. FOTO: ¬© Gilles Pecqueur www.gillespec / Gilles PECQUEUR
Zweibrücken. Die Stadt verzeichnet eine positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in den früheren militärischen Liegenschaften. Von Fritz Schäfer

„Auf dem Kreuzberg haben wir die 900er Marke erreicht und auf dem Flugplatzgelände kratzen wir an der 3000er Marke“, blickt Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) zufrieden auf die Entwicklung der beiden großen Zweibrücker Konversionsgebiete. Dabei sieht der Oberbürgermeister sogar noch „Potenzial nach oben“. Allerdings bedürfe es dabei auch der Unterstützung des Landes.

Auf dem Kreuzberg stieg die Zahl der Arbeitsplätze um 138 auf den Rekordwert von 900. „Der erhebliche Anstieg zahlt sich durch die Strategie aus, dort auf hochschul- und technikaffine Unternehmen zu setzen“, sagt Wosnitza. Der Zuwachs resultiert nach Angaben der Wirtschaftsförderin Anne Kraft zum größten Teil durch das Wachsen der bereits ansässigen Firmen wie Dr. Lauterbach, Thinxxs, Comlet oder der Hochschule. An der Hochschule sind inzwischen rund 340 Personen beschäftigt. Der überwiegende Teil seien sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse und Hochqualifizierte.

Zuletzt war der Internetzugang ein Hindernis bei Ansiedlungsgesprächen. „Wir gehen davon aus, dass bis Mitte des Jahres dort Glasfaserkabel liegen und den Firmen schnelles Internet zur Verfügung steht“, informierte Oberbürgermeister Wosnitza über die jüngste Entwicklung. Auf dem früheren militärischen Gelände sind insgesamt noch 35 000 Quadratmeter „vermarktbare Fläche“ erschlossen und stehen in städtischer Hand zur Verfügung.



Auf dem Konversionsgebiet Flugplatz wurde die Beschäftigten-Rekordzahl aus dem vergangenen Jahr noch einmal um 71 überboten. Ende 2018 waren auf dem Gelände 2973 Frauen und Männer beschäftigt. Dabei werden die etwa 80 Beschäftigten der Bußgeldzahlstelle nicht mitgezählt. „Das Gebäude liegt nicht auf dem Gebiet des Flughafen-Zweckverbands“, erklärt der Oberbürgermeister. Zudem seien die Beschäftigten des Logistikunternehmens LTG, das ihre Gebäude erst in diesem Jahr bezogen hat, noch nicht eingerechnet. Deshalb geht Wosnitza davon aus, dass die 3000er Marke überschritten werden kann, „wenn nichts außergewöhnliches auf der Welt passiert“.

„Der Zuwachs ist in allen Bereichen zu erkennen“, sagt Kraft. Das sei eine Folge der guten konjunkturellen Lage. Im Zweibrücker Fashion Outlet waren es im vergangenen Jahr 1186 Beschäftigte, im Multimedia-Internet-Park waren es 554, im flugaffinen Bereich 67 und im sonstigen Gewerbe 1166.

Auf dem Flugplatz sind noch rund 20 000 Quadratmeter frei für Ansiedlungen. „Das liegt aber nicht in unserer Verantwortung“, sagt Wosnitza. Wobei die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Zweibrücken „sehr groß“ sei. „Wir stoßen an unsere Grenzen.“ Deshalb sei eine Vorratsflächenerschließung notwendig, betont der Oberbürgermeister. Doch da stünden formale Forderungen im Wege. Um eine Förderung für die Erschließung zu erhalten, müsste die Hälfte der Fläche vermarktet sein. Diese Förderung sei der „Dreh- und Angelpunkt“.

Nach der Erfahrung der Wirtschaftsförderin werde aus allen Bereichen nachgefragt. Von Industrie- bis Handwerksbetrieben, Logistikunternehmen und Büroflächen für hochschulaffine Firmen. In dem Zusammenhang sagt der Oberbürgermeister, dass er keine Kenntnisse hat, dass die Gewobau von der Idee eines Gründerzentrums im ehemaligen Finanzamt abgekommen ist.