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Sabine Grützner
Impulse setzen und Netzwerke schaffen

 Sabine Grützner ist Referentin für evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat Zweibrücken.
Sabine Grützner ist Referentin für evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat Zweibrücken. FOTO: Cordula von Waldow
Zweibrücken/Kirkel. Sabine Grützner ist Bildungsreferentin im gemeindepädagogischen Dienst im protestantischen Dekanat Zweibrücken. Die Themen Frauen und Religion, aber auch Nachhaltigkeit und Umwelt liegen ihr besonders am Herzen. Von Cordula von Waldow

Der Terminkalender von Sabine Grützner ist voll – eher übervoll. Kaum ein freier Abend und selbst an den Wochenenden ist die Bildungsreferentin im gemeindepädagogischen Dienst im protestantischen Dekanat Zweibrücken unterwegs: Frauenfrühstücke, Gemeindetreffen, eigene Vorträge und Referate zu religiösen und gesellschaftlichen Themen, Begleitung von Bildungsveranstaltungen, besondere Gottesdienste.

„Ich bin dabei, die Gemeinden im Dekanat alle kennenzulernen und mache für mich sozusagen eine Art Bestandsaufnahme über die vielfältigen Aktivitäten“, erklärt die 50-jährige Theologin.

Seit September zeichnet sie für die Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk verantwortlich. Ihr Wirkungsbereich erstreckt sich von Winterbach über Rieschweiler-Mühlbach und Großsteinhausen über Walsheim an der Blies und Saarbrücken-Ensheim bis nach St. Ingbert. Viel Zeit verbringt die theologische Pädagogin, die mit ihrer Familie in Kirkel wohnt, im Auto. Immer wieder fährt sie auch zu der evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, um Aktivitäten zu planen und zu koordinieren.



Fast ihr ganzes Leben lang engagiert sich Sabine Grützner schon im Bereich der theologischen Weiterbildung. In der DDR religiös aufgewachsen und konfirmiert, gelangte die Einserschülerin nur über von der Kirche initiierte Umwege zu ihrem Reifeabschluss und der Möglichkeit, ihr ersehntes Theologiestudium aufzunehmen. In Kirchen-Praktika unterrichtete sie bereits in jungen Jahren Christenlehre, gab Konfirmandenunterricht und unterstützte in allen Bereichen der Gemeindearbeit. Seit über 15 Jahren wirkt die ausgebildete Lektorin ehrenamtlich vorwiegend in ihrer Heimatgemeinde Blieskastel und darüber hinaus.

Waren es anfangs Kindergottesdienste, sind seit 2007 ihre Frauengottesdienste im Dekanat Homburg bekannt und beliebt. Ökumene, die Verbindung aller Christen, liegt ihr dabei besonders am Herzen. Als Referentin bei der Katholischen Erwachsenenbildung lud sie jeden Monat zu Veranstaltungen im Familienzentrum Blieskastel und später in die Blieskastler Werkstätten ein, hielt Vorträge bald auch im Auftrag der Evangelischen Arbeitsstelle Kaiserslautern.

Ihr besonderes Steckenpferd ist der Weltgebetstag (WGT), der jedes Jahr im März Frauen rund um den Globus verbindet. Als Multiplikatorin auf lokaler, regionaler und landeskirchlicher Ebene bereitet sie jährlich rund 250 Frauen auf die mitreißende Gestaltung des Weltgebetstag-Gottesdienstes vor, der alljährlich ein anderes Land in den Mittelpunkt rückt.

Die Themen Frauen und Religion, aber auch Nachhaltigkeit und Umwelt liegen ihr dabei besonders am Herzen. Und das Thema Netzwerken. Kein Wunder, dass sie in unterschiedlichen Arbeitskreisen ihr Wissen, ihr Organisationstalent und ihre Empathie zumeist federführend einbringt. Einfühlsam gelang es ihr beispielsweise, das von der Schließung bedrohte Frauenfrühstück in Bexbach zu retten. „Da treffen sich mehr als hundert Frauen, das musste einfach weitergehen“, fand Sabine Grützner.

Diese umfangreiche Erfahrung, die das Mitglied im Beirat der Frauenarbeit bislang ehrenamtlich sammelte, kann sie nun als Referentin für evangelische Erwachsenenbildung im Dekanat Zweibrücken hauptamtlich einbringen. Ihr Ziel ist es, die vielfältigen Aktivitäten zu koordinieren, neue Impulse zu setzen und tragfähige Netzwerke zu schaffen. Sie findet: „Es ist schade, wenn jede Gemeinde einzeln ihr Ding macht, oft ohne zu wissen, was bei den Nachbarn passiert. Da geht viel Potenzial verloren, das sich gemeinsam mit deutlich größerer Wirksamkeit und Reichweite einsetzen ließe.“

Unter diesem Motto steht auch ihr erstes großes Projekt, an dem sie in Zweibrücken mitwirkt: Die Ausstellung „Steh auf und geh!“ in der Karlskirche von 28. Februar bis 20. März, die den Weltgebetstag aus Simbabwe auf eine ganz neue Art und Weise in den Blick der Öffentlichkeit rückt (wir berichteten). Für diese Idee war sie sofort Feuer und Flamme, setzt sie gemeinsam mit den ökumenischen Bildungsträgern sowie den ökumenischen Gemeinden vor Ort um. Ein besonderes Highlight dabei ist für sie, dass sich mit der Verbindungsfrau zum Internationalen Weltgebetstagskomitée, der Vorsitzenden des Internationalen WGT-Komitées aus dem Elsass und der Europadelegierten ganz hoher Besuch dazu angesagt hat.