| 18:24 Uhr

36 Jahre alter Mann in Zweibrücken gefasst
Razzia: Festnahme in Nagelstudio in Fußgängerzone

 Am Mittwochmorgen durchsuchten Beamten der Bundespolizei auch die Räume des Nagelstudios „Hollywood Nails“ in der Fußgängerzone. Dort stießen sie auf den Hauptverdächtigen, einen 36 Jahre alten Bulgaren.
Am Mittwochmorgen durchsuchten Beamten der Bundespolizei auch die Räume des Nagelstudios „Hollywood Nails“ in der Fußgängerzone. Dort stießen sie auf den Hauptverdächtigen, einen 36 Jahre alten Bulgaren. FOTO: eck
Zweibrücken. Einsatz in mehreren Städten wegen Verdacht auf Schleuserei. Einer der beiden Hauptverdächtigten wird in Zweibrücken gefasst. Von Mathias Schneck

(eck/dpa) Bei einem Großeinsatz der Bundespolizei sind am Mittwochmorgen zahlreiche Geschäftsräume und Wohnungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland durchsucht worden. Hintergrund des Großeinsatzes war der Verdacht auf Schleuserei.

Dabei wurde auch ein Nagelstudio in der Fußgängerzone in Zweibrücken durchsucht (das Studio „Hollywood Nails“). Hierbei gelang den Beamten ein Fahndungserfolg, wie Karsten Eberhardt, Sprecher der Bundespolizei in Bexbach, auf Anfrage des Pfälzischen Merkur sagte.

Der mutmaßliche Haupttäter der Schleuserbande, ein 36 Jahre alter Mann aus Bulgarien, wurde in dem Nagelstudio in Zweibrücken gefasst. Ein weiterer Haupttäter, ein 49 Jahre alter Vietnamese, sei ebenfalls verhaftet worden – allerdings nicht in Zweibrücken.



Die beiden Männer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen, damit ihre Identität zweifelsfrei festgestellt werden konnte, danach kamen sie wieder auf freien Fuß, weil sie einen festen Wohnsitz vorweisen können.

Der Sprecher der Bundespolizei sagte, den beiden Hauptbeschuldigten werde vorgeworfen, vietnamesische Staatsangehörige mithilfe gefälschter Papiere nach Deutschland geschleust und sie dort mittels gefälschter bulgarischer Papiere in Nagelstudios beschäftigt zu haben.

Insgesamt waren bei dem Großeinsatz 104 Beamten im Einsatz, darunter Kräfte der „Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit“, die speziell geschult und in der Regel mit Maschinenpistolen bewaffnet sind.

Razzien gab es am Mittwochmorgen neben Zweibrücken auch in Pirmasens, Kaiserslautern, Neustadt an der Weinstraße sowie in Saarbrücken. Insgesamt 18 Personen (etwa die Hälfte davon Frauen), die vermutlich eingeschleust worden sind, wurden dabei angetroffen.

Sie seien zur Identitätsfeststellung vorübergehend in Gewahrsam. Sie würden anschließend wohl in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht und „in die Legalität überführt werden“. So solle verhindert werden, dass sie – wie es wahrscheinlich bisher der Fall gewesen sei – ausgebeutet werden.

Gegen sie wird außerdem ein Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Aufenthalts geführt.