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Rat alarmiert über Einkäufer-Schwund

Zweibrücken. "Wir haben nicht mehr, sondern weniger Besucher in der Innenstadt", widersprach Evelyne Cleemann (CDU) gestern im Stadtrat jüngsten Äußerungen von Oberbürgermeister Helmut Reichling. Beleg sind für Cleemann die Parkhaus-Nutzer Von Merkur-Redakteur Lutz Fröhlich

Zweibrücken. "Wir haben nicht mehr, sondern weniger Besucher in der Innenstadt", widersprach Evelyne Cleemann (CDU) gestern im Stadtrat jüngsten Äußerungen von Oberbürgermeister Helmut Reichling. Beleg sind für Cleemann die Parkhaus-Nutzer. Die Zahl der Dauerparker sei 2009 um 6,5 Prozent gesunken, die der Kurzparker sogar um 11,4 Prozent, verwies Cleemann auf den Lagebericht der Stadtwerke Service GmbH. Und 2010 setze sich der Einbruch mit minus 14 Prozent fort. Durchschnittlich gebe es täglich nur noch 106 Kurzparker in den beiden Zweibrücker Parkhäusern, so Cleemann: "Das ist eine Katastrophe, eine Mahnung für uns alle!" Cleemann schlug vor, einen Teil des Jahresgewinns der Service GmbH (2,6 Millionen Euro) dafür zu verwenden, "die Innenstadt attraktiver zu machen, um wieder mehr Leute in die Stadt zu bringen".Gastronomie statt Mode Grüne-Liste-Chefin Gertrud Schanne-Raab sagte: "In der Fußgängerzone ist zwar mehr Gas-tronomie zu finden, der Einzelhandel ist aber rückläufig - das hat nichts mit der Finanzkrise zu tun." Schanne-Raabs Antrag, zu überlegen, wie die Stadt auch ohne Geld Einzelhandels- und Dienstleistungs-Existenzgründer fördern kann, wurde einstimmig in den Hauptausschuss verwiesen. "Der Textil-Einzelhandel ist tot in Zweibrücken, außer in den Style Outlets", sagte Walter Rimbrecht (SPD).FDP-Fraktionschefin Ingrid Kaiser empfahl, sich das im Merkur vorgestellte St. Wendeler Modell anzuschauen: Zuschüsse für Händler, die Leerstände beseitigen. Berni Düker (SPD) sieht als Problem in der Zweibrücker Fußgängerzone "die Eigentümer von Häusern, die in München oder sonstwo sitzen". Reichling sagte dazu: "Gerade den Punkt sollten wir angehen, dass Existenzgründer bezahlbare Flächen finden." Volker Neubert (CDU) mahnte: "Wir sollten Hauseigentümer nicht zu Sündenböcken machen. Sie haben hohe Belastungen zu tragen." lf