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Missstände für Radler in Zweibrücken
Bürgerinitiative: Radfahren in Zweibrücken attraktiver machen!

 Nur einer von vielen Kritikpunkten der neuen Zweibrücker Bürgerinitiative „Pro Fahrrad“ sind zugewachsene Radwege, die meist deutlich schlechter in Schuss gehalten werden als Straßen.
Nur einer von vielen Kritikpunkten der neuen Zweibrücker Bürgerinitiative „Pro Fahrrad“ sind zugewachsene Radwege, die meist deutlich schlechter in Schuss gehalten werden als Straßen. FOTO: Peter Weber/Bürgerinitiative / Peter Weber
Zweibrücken. Eine neue Bürgerinitiative „Pro Fahrrad“ engagiert sich dafür, die Bedingungen für den Radverkehr deutlich zu verbessern. Bei der Gründungsversammlung tauschten die Fahrradfreunde Erfahrungen aus ihren alltäglichen Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen, aus sportlichen und touristischen Anlässen aus.

„Im Mittelpunkt der Diskussion stand die mangelhafte oder gar fehlende Infrastruktur“, berichtet Initiator Paul Schmidt. Ein großes Problem sei mangelnde Sicherheit der Fahrradfahrer, so der Tenor in der Runde. Laut einer Statistik seien im Jahr 2018 bundesweit 445 Fahrradfahrer tödlich verunglückt. Die Initiative fordert auch in Zweibrücken ein erhöhtes Bewusstsein für die Sicherheit.

In der Runde war man sich einig, Verwaltung- und Planungsgremien, wie dem Arbeitskreis Verkehrssicherheit und Bauämtern, Erfahrungen für ihre Planungen anzubieten, um damit den Umstieg aufs Fahrrad zu fördern. Das gilt für die Strecken zur Arbeit, zur Schule und zur Freizeitgestaltung.

Fehlerhafte und unsichtbare Hinweisschilder für Radler in Zweibrücken erregten ebenso die Gemüter wie das völlige Fehlen von Schildern. So stellte sich auch die Frage, ob auf Routen, die für Fahrräder nutzbar wären, aber als landwirtschaftlicher Weg genutzt werden, aufmerksam gemacht werden soll.



Außerdem sorgte für Ärger, dass Radwege in Zweibrücken nicht ausreichend gepflegt würden. Schmidt: „Teilweise sind sie mit Brennnesseln und Brombeerhecken zugewachsen, oder Schlaglöcher sind besonders bei Dunkelheit eine Gefahrenquelle, die zu Unfällen führen kann.“

Zu den weiteren diskutierten Themen gehörte: Was können Arbeitgeber tun, um Mitarbeiter zur Benutzung des Fahrrades anzuregen? Auch sie hätten dadurch Vorteile, Stichwort Gesundheit, Kostenersparnis beim Breitstellen von Mitarbeiterparkplätzen.

Radfahren sei eine kostengünstige Form von Mobilität – daraus ergebe sich für die Protagonisten der „Sozialen Stadt“ eine besondere Verpflichtung, sichere Möglichkeiten zur Benutzung von Fahrrädern zu schaffen, fordert die Initiative.

Bis zum nächsten Treffen am 19. September (19.30 Uhr in der Gustl-Groß-Hütte, weitere Interessierte sind willkommen) wollen die Teilnehmer der Runde Dokumente für ihre Kritik an der mangelhaften Radwege-Infrastruktur in der Stadt und der Verbandsgemeinde zusammentragen und an die Verantwortlichen weitergeben.

An vielen Stellen könnte die Situation schon mit kleinen Maßnahmen (Beschilderung, Markierungen usw.) verbessert werden. Schmidt: „Das Rad muss endlich als Verkehrsmittel im Alltag und als tatsächliche Alternative zum Pkw ernst genommen werden.“ Einig war man sich auch, dass es eine Bewusstseinsänderung in Sachen Mobilität geben muss. Fahrradfahren müsse gefördert werden, um die CO2-Belastung zu reduzieren.

Auch Stadt wird aktiv: Der Bauausschuss hat diesen Dienstag eine öffentliche Sondersitzung:. Nach kurzem Treffen um 17 Uhr im Ratssaal radeln die Kommunalpoliker zu sechs neuralgischen Punkten in der Innenstadt.