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Rad-Erlebnispark im Fasaneriewald geplant

 Aufmerksam lauschte die Zweibrücker Delegation den Ausführungen von Sascha Marchert. Fotos: cos
Aufmerksam lauschte die Zweibrücker Delegation den Ausführungen von Sascha Marchert. Fotos: cos
Zweibrücken. Begeisterte Mountainbikesportler aus Stromberg realisierten vor fünf Jahren einen Traum. Der dort geschaffene Erlebnispark könnte für eine Freizeitanlage dieser Art in Zweibrücken Pate stehen und Besucher locken. Norbert Schwarz

Der Mountainbikepark Stromberg (bei Bingen) für Radler aus allen Altersgruppen und technischen Fähigkeiten hat dem Tagestourismus von Stromberg einen nicht erwarteten Schub gegeben. Das erläuterte einer der Initiatoren des "Flowtrail Stromberg ", Sascha Marchert, am Donnerstagnachmittag einer Delegation der Stadt Zweibrücken mit Oberbürgermeister Kurt Pirmann, Tourismusdezernent Henno Pirmann (beide SPD ), Vertretern aller Fraktionen außer der FDP und Verwaltungsmitarbeitern (wir berichteten kurz). Die Zweibrücker waren sich in der Einschätzung einig: Das ließe sich beispielsweise in der Fasanerie gleichfalls realisieren.

Mit dem Projekt "Stadt am Wasser" hat Zweibrücken gerade begonnen, die Innenstadt noch attraktiver zu machen. Parallel dazu soll es eine weitere Aufwertung des Freizeitangebotes geben. Kurt Pirmann spricht von einer touristischen Neuausrichtung, dabei sollten Stadt und Umland an einem Strang ziehen. Vom "Rad" erwartet sich Pirmann eine Initialzündung. Das könnte durchaus das Wasserrad sein, aber ebenso das Rad mit zwei Rädern.

Marchert berichtete den Zweibrückern über das Entstehen des "Flowtrail Stromberg ". Marchert ist selbst ein eingefleischter Mountainbiker. Der Projektinitiator erwähnte auch die anfängliche Skepsis bei Forstleuten und einigen Bürgern. Doch die Impulse für den touristischen Bereich von Stromberg seien unverkennbar: Die Zahl an Tagestouristen im 3000-Seelen-Ort am Hunsrückrand seien ebenso spürbar gestiegen wie die der Übernachter in den Hotels.

Nicht allein Oberbürgermeister Pirmann freute sich, dies zu hören. Er stellte in Randgesprächen bei dem Vor-Ort-Termin bereits konkrete Überlegungen für Zweibrücken an. Die Fasanerie könnte Terrain für einen solchen "Rad-Erlebnispark" sein -der Bereich gen Osten, Richtung Contwig mit der Hahnberghütte eingeschlossen. Das würde sich ins neue Zweibrücker Tourismuskonzept einfügen, das sich insbesondere nach Hornbach, Frankreich und den Bliesgau öffnen soll (wir berichteten). Mit Experten aus Luxemburg seien schon erste Kontakte geknüpft; der Oberbürgermeister will nichts unversucht lassen, der "Stadt am Wasser" ergänzend mit gezielten Angeboten für Radler einen neuen Schwerpunkt zu schaffen. Unter Einbeziehen der heimischen Fahrradbranche . "Die könnten den Park als Teststrecke nutzen." Sascha Marchert bestätigt, wie sich namhafte Hersteller beim "Flowtrail Stromberg " inzwischen über den Fahrradhandel eingebunden haben. Kostenlos werden in den Hotels Räder verliehen - auch an Interessierte, die nicht im Hotel gebucht haben.

Der Forst sei in Stromberg von Anfang an über einen "runden Tisch" in die Entwicklung ebenso eingebunden gewesen wie etwa die Jägerschaft oder andere Erholungssuchende im Wald. Auch Vertreter der Naturschutzbehörden wurden mit ins Boot geholt.

"Sanfter Tourismus" ist für OB Pirmann ein Begriff mit doppelter Bedeutung. Am Ende der zweistündigen Besichtigungstour mit vielen Zwischenstopps waren sich alle Exkursionsteilnehmer aus Zweibrücken einig: Das kann auch in Zweibrücken gelingen, mit der Natur und den anderen Waldnutzern, zum Wohle und der touristischen Aufwärtsentwicklung für Stadt und Region.