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Prozessauftakt
Trinkgelage endet mit Flaschenattacke

Zweibrücken. (bav) Am Mittwoch hat das Schwurgericht beim Landgericht Zweibrücken den Prozess gegen eine 42-jährige Zweibrückerin eröffnet, die im Herbst vergangenen Jahres in ihrer damaligen Wohnung zwei Männer mit Flaschen und anderen Gegenständen attackiert haben soll. 

Neben dem Werfen von Flaschen und Gläsern habe sie einem der beiden Bekannten einen abgebrochenen Flaschenhals ins Gesicht gestochen und ihn dabei schwer verletzt (wir berichteten), so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Ein abgetrenntes Ohrläppchen und chirurgisch zu behandelnde Hautverletzungen waren die Folge des Angriffs. Beide Männer hätten danach über den Balkon fliehen können. Die Staatsanwaltschaft sieht darin unter anderem den Tatbestand eines versuchten Totschlags erfüllt.

Die Angeklagte, der eine schwere Persönlichkeitsstörung bescheinigt wird, stand zur Tatzeit, ebenso wie die 57 und 66 Jahre alten Opfer, unter Alkoholeinfluss. Sie wurde kurz nach der Tat festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die Angeklagte selbst, die ruhig, zurückhaltend  und gefasst wirkte, überließ ihrem Verteidiger die Einlassungen zum Tatgeschehen und machte nur einige Angaben zu ihrem Lebensweg, der durch den Tod der Eltern, vor vier und drei Jahren, immer mehr durch regelmäßigen Alkoholkonsum bestimmt worden sei.



Der Verteidiger widersprach dem Tathergang aus der Anklageschrift. Seine Mandantin sei nach Hause gekommen, habe dort die Männer bei der „Vertilgung“ ihres Alkohols ertappt und sie dann mit Flaschen und ähnlichem beworfen. Ein direkter Angriff habe nicht stattgefunden. Der später Schwerverletzte sei auf dem mit Glas bedeckten Balkon gestürzt und habe sich dabei die Verletzungen zugezogen.

Die Angeklagte bezeichnet die Schilderung der Opfer als Lüge und geht von einem geplanten Racheakt aus, so auch zu lesen in einem von der Staatsanwaltschaft abgefangenen Brief an einen Freund, geschrieben in der Untersuchungshaft. Sie bereue allerdings die Auseinandersetzung und bedauere die Verletzung ihres Bekannten, so der Verteidiger. Der Prozess wird am Mittwoch, 20.März, um neun Uhr fortgesetzt.