| 15:31 Uhr

Prozess vor dem Landgericht Zweibrücken
Angeklagter stellt sich unwissend

Eine Kalaschnikow mit ihrem Erfinder, dem Russen Michail T. Kalaschnikow.
Eine Kalaschnikow mit ihrem Erfinder, dem Russen Michail T. Kalaschnikow. FOTO: dpa/dpaweb / Stefan Thomas
Zweibrücken. Mann (67) muss sich vor dem Landgericht wegen illegalen Handels mit Kriegswaffen verantworten. Von Norbert Rech

(nob) Ein 67-Jähriger aus der Südwestpfalz steht seit gestern vor dem Landgericht Zweibrücken. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, von Januar 2013 bis 29. Mai 2015 im großem Umfang Kriegswaffen und insbesondere Kalaschnikow-Sturmgewehre und Maschinenpistolen in der Slowakischen Republik angekauft, nach Deutschland eingeführt und gewinnbringend weiter verkauft zu haben.

Was der Mann nicht wusste: Die dortige Firma war inzwischen ins Visier der Polizei geraten. So seien bei ihr georderte Waffen unter anderem bei Anschlägen in Paris verwendet worden.

Kein Wunder also, dass die Fahnder auch auf den Südwestpfälzer aufmerksam wurden, der insgesamt über hundert Artikel bei dem Unternehmen geordert haben soll. Das habe die Auswertung einer Liste der Slowaken ergeben, weshalb er am 29. Mai 2015 auch von einer Hausdurchsuchung überrascht wurde.



Vor Gericht beteuerte der Angeklagte gestern, er habe nicht gewusst, dass er für den Handel mit den Waffen eine Erlaubnis benötige. Er sei davon ausgegangen, dass eine Gewerbeanmeldung ausreiche, da die Artikel zur Dekoration dienen würden und schließlich nicht funktionsfähig seien.

Nach Angaben der Polizei waren die Stifte und Hülsen aber jederzeit zu entfernen, was die Funktionstüchtigkeit wieder hergestellt hätte. Dass der Südwestpfälzer die Gewehre und Pistolen für 100 bis 300 Euro erworben und weiterverkauft hat, gab er zu. Als Grund für den Handel führte er seine mit 700 Euro geringe Rente an. Als „erfahrener Sportschütze“ sei er auf die Idee gekommen, Waffen zu verkaufen.

Der Prozess wird am Donnerstag, 25. Oktober, um neun Uhr fortgesetzt. Dann soll ein Gutachter mit den beschlagnahmten Waffen vor Gericht erscheinen und demonstrieren, wie schnell man diese wieder funktionsfähig machen kann.