| 22:06 Uhr

Brot für die Welt
Etwas Gutes tun und dabei lernen

Mit viel Spaß kneteten die Präparanden den Brotteig, begleitet von Pfarrerin Elisabeth Brach (hinten rechts).
Mit viel Spaß kneteten die Präparanden den Brotteig, begleitet von Pfarrerin Elisabeth Brach (hinten rechts). FOTO: Cordula von Waldow
Winterbach. Die Präparanden aus Winterbach, Oberauerbach und Battweiler backten für „Brot für die Welt“. Dabei lernten sie auch einiges über die traditionelle Handwerkskunst. Von Cordula von Waldow

Andächtig, mit viel Fingerspitzengefühl, kneteten zehn Jugendliche in der Bäckerei Teuscher in Oberauerbach einen dunklen Brotteig mit 70 Prozent Roggenanteil, alles aus Mehlen der Region. Nicht nur die Zutaten hatten die Präparanden der evangelischen Kirche Winterbach über die Handwaage abgewogen. Auch die einzelnen Brotlaibe wanderten zur Kontrolle zunächst auf die Waage, bevor sie in Einzelkörbchen in den Gärofen geschoben wurden, damit die Hefe gehen konnte.

„Sie haben 600 Gramm, weil Flüssigkeit verdunstet und wir Einpfünder von 500 Gramm bekommen wollen“, erklärte Inhaber Rolf Teuscher den wissbegierigen Jugendlichen. „Im Gärofen sieht es aus wie in einer Sauna“, hatten die Präparanden aus Winterbach, Oberauerbach und Battweiler erfahren. Damit jeder Platz hatte und auch praktisch mithelfen konnte, hatte Pfarrerin Elisabeth Brach die 20-köpfige Schar in zwei Gruppen aufgeteilt – doppeltes Engagement der kleinen Ortsbäckerei, die dafür um neun Uhr ein zweites Mal ihren großen Steinbackofen anheizte.

„Mir ist wichtig, dass die Jugend lernt, wie die traditionelle Handwerkskunst vor sich geht, dass es rund drei Stunden und nicht nur wenige Aufbackminuten dauert, bis ein gutes Brot entsteht. So lernen sie auch den Respekt vor dem Lebensmittel und die Wertschätzung“, begründet Rolf Teuscher sein Bemühen.



Bereits im fünften Jahr beteiligen sich die Präparanden der Winterbacher Gemeinde an der bundesweiten Aktion „Brot backen für Brot für die Welt“. In jedem Jahr denken sich die Gruppen ein Muster für ihre Brote aus. Nach einem Tor mit einer 10 für die zehn Gebote und einem strahlenden Kreuz fiel in diesem Jahr die Entscheidung für Sonne, Mond und Stern. „Wir hatten auch einen Fisch überlegt“, berichtet Ben Schöndorf (11), dessen Idee dann aufgegriffen wurde. „Sonne, Mond und Stern für Gott, Jesus Christus und den Heiligen Geist“, erklärte Helena Löblein (11) aus Battweiler ihre Interpretation. Über Gott als die Sonne mit Wärme und Leuchtkraft waren sich alle sofort einig. Schließlich einigten sie sich auf Jesus Christus als Mond, „weil es nur einen gibt“ und die vielfältigen Sterne als „Heilige Geistkraft“.

Vor dem Backen wurde das Emblem durch eine handgefertigte Schablone mit Mehl auf das gegangene Brot gestäubt. Während der Wartezeit hatten die Jugendlichen aus einem Restteig gelernt, wie man Tiere und Figuren formt. „Ich weiß jetzt auch, wie man Brezeln schlingt“, strahlte Lukas Schäfer und demonstrierte seine Fingerfertigkeit. Für Enya Annawald (12) zählt, dass „wir so etwas Gutes tun können für Brot für die Welt und auch noch etwas Praktisches“ dabei lernen. Einige der Jugendlichen wollen daheim selbst einmal Brot backen. Im Pfarrhäuschen erfuhren sie während der Backzeit über Projekte, die mit dem Geld der Aktion „Brot für die Welt“ unterstützt werden, zum Beispiel die eigene Wasserversorgung für ein Dorf in Kenia.

War die Aktion „Backen für Brot für die Welt“ eines der ersten gemeinsamen Projekte der angehenden Konfirmanden, sind bereits weitere in Planung. So hilft die Gruppe beim Aufbau der Krippenausstellung am 1. Adventssonntag in Battweiler. Am 19. Oktober findet im Karolinenhaus in Battweiler ein Jugend-Gottesdienst statt, den die Präparanden gemeinsam gestalten.

In diesem Jahr entstanden für „Brot für die Welt“ 60 Laibe Roggenmischbrot. Die fünf Euro pro Brot werden komplett gespendet, die Materialkosten für das Brot trägt die Gemeinde.