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Serie: Kitas in Zweibrücken
Schwerpunkt sind die Hausaufgaben

Kinderhort-Leiterin Michelle Henter leitet die Kinder beim Basteln an.
Kinderhort-Leiterin Michelle Henter leitet die Kinder beim Basteln an. FOTO: cvw
Zweibrücken. In den Zweibrücker Kindertageseinrichtungen werden die Weichen für den Nachwuchs mitgestellt. Und das überall mit anderen Schwerpunkten und Besonderheiten. In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur die rund 20 Einrichtungen in der Rosenstadt vor. Heute: der Kinderhort Max und Moritz Von Cordula von Waldow

„Kinder und Eltern brauchen auch einmal am Abend eine entspannte Zeit miteinander“, findet Claudia Adrian. Vor allem können die Kinder im Vergleich zum Abend, am Nachmittag sich noch viel besser konzentrieren. Deshalb ist es den Eltern wichtig, dass die Hausaufgaben der Kinder möglichst vollständig und korrigiert sind.

Die Erzieherin ist die stellvertretende Leiterin im Städtischen Kinderhort Max und Moritz, der im selben Haus untergebracht ist, wie das Büro der Jugendscouts und das Jugendzentrum. Hier essen bis zu 36 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren an den Schulnachmittagen zu Mittag, machen ihre Hausaufgaben und erleben eine pädagogisch wertvolle Freizeitgestaltung. Zweimal in der Woche darf der Kinderhort die Schulturnhalle der nahe gelegenen Herzog-Wolfgang-Realschule plus nutzen. „Das regelmäßige Bewegungsangebot ist ganz wichtig, die Kinder brauchen diesen Ausgleich“, weißt Claudia Adrian aus Erfahrung. So ist auch der kleine Tanz- und Bewegungsraum im Hort selbst sehr beliebt und viel frequentiert.

Doch zunächst gilt es, die Hausaufgaben zu erledigen. „Das ist unser Schwerpunkt“, betont die Pädagogin. Das fünfköpfige Team leistet dabei Hilfe zur Selbsthilfe. Von der ersten Klasse an lernen die Schülerinnen und Schüler, sich selbst zu organisieren, ihr Hausaufgabenheft korrekt zu führen um an alle Aufgaben zu denken und auch ihr Arbeitsmaterial dabei zu haben. Bei Fragen hilft das Team und steht den Kindern unterstützend zur Seite.



Dennoch: „Wir sind keine Nachhilfe oder Fördereinrichtung“, betont Claudia Adrian. Dafür werde nach den rheinland-pfälzischen Bildungs- und Erziehungsempfehlungen die Freizeit ganzheitlich gestaltet, so dass kognitive, motorische, emotionale, kreative und vor allem auch soziale Kompetenzen gestärkt werden. Partizipation erhält einen ganz hohen Stellenwert.

Dazu gehört die Kinderkonferenz zweimal im Monat, bei der die Kinder sowohl Kommunikation als auch respektvollen Umgang miteinander lernen und üben: Regeln besprechen, ihre Wünsche äußern und anderen aufmerksam lauschen. Hier wird gemeinsam das Freizeitprogramm beschlossen. Der nahe gelegene Spielplatz und auch der Hof des Jugendzentrums bieten zusätzliche Möglichkeiten.

Darüber hinaus gibt es unterschiedliche Bastel- und Spielangebote für zwei Altersgruppen. Die Kinder der Max-Gruppe sind die Älteren, die Jüngeren gehören in die Moritz-Gruppe. Damit sich die Schüler in dem mittlerweile fast voll besetzten Hort besser konzentrieren können, hängt an jedem Arbeitsplatz ein Kopfhörer. Er mindert die Alltagsgeräusche aus dem Hausaufgabenzimmer wie auch aus dem Spielzimmer.

Besonders die älteren Kinder ziehen sich gerne in die Chill-Ecke zurück, um sich zu unterhalten. Hier steht auch eine größere Buchauswahl. Immer wieder werden Ausflüge unternommen, etwa auf den Kleinen Exe und zum Wasserspielplatz. Der Mittag beginnt für die Schüler mit einem frisch gekochten Mittagessen. Es ist vollwertig, mit wenig Fleischgerichten, und wird durch das Obst- und Gemüse-Angebot der Schulobst-Aktion ergänzt. Zum Essen nutzt der Hort das Jugendcafé. Im Veranstaltungsraum des Jugendzentrums werden auch die Geburtstage und andere Feste gefeiert.