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Fußgängerzone
Poller vor dem Hallplatz kommt

FOTO: eck
Zweibrücken. Knappe Mehrheit im Stadtrat spricht sich für Maßnahme gegen Autoverkehr in Fußgängerzone aus. Kosten: 40 000 Euro.

Schon vor vier Wochen wurde im Bauausschuss heftig darüber gestritten, wie die Stadt verhindern kann, dass Autos durch die Fußgängerzone fahren. Der Ausschuss hatte sich am Ende mit sieben zu sechs Stimmen für einen versenkbaren Poller in der Rosengartenstraße ausgesprochen, um die Einfahrt auf den Hallplatz zu verhindern. Diesem Vorschlag folgte der Stadtrat nach einer erneut kontrovers Diskussion mit 18 zu 16 Stimmen.

SPD, Grüne und zwei fraktionslose Stadträte folgten dem Vorschlag. CDU, FWG und FDP lehnten ihn ab. Über den von Christoph Gensch (CDU) noch eingebrachten Vorschlag, den Bereich sechs Monate schwerpunktmäßig zu kontrollieren, wurde dann nicht mehr abgestimmt. „Wir sind uns einig, dass wir die Fußgängerzone von Fahrzeugen frei halten sollen, um die Sicherheit zu gewährleisten“, hatte Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) die Beratung über den Tagesordnungspunkt eröffnet. Dabei hatte er nochmal auf die Zeiten hingewiesen, in denen Liferfahrzeuge in die Fußgängerzone fahren dürfen. In den anderen Zeiten dürften nur Notfallfahrzeuge und Geldtransporter einfahren.

Und das machen nach Aussage von Stéphane Moulin (SPD) zu viele Autofahrer. Dabei sei die Situation auf dem Hallplatz am gravierendsten. „Da muss schnell was passieren.“ Aber auch sonst gehe es um die Sicherheit der Personen, die dort zu Fuß unterwegs sind, in einem Café sitzen oder um spielende Kinder. „Ich verstehe nicht die Angst, vor einem Poller“, appellierte Moulin an die Gegner. „Die Fahrzeuge in der Fußgängerzone beeinträchtigen die Sicherheit und die Wohlfühlatmosphäre“, pflichtete Norbert Pohlmann (Grüne) Moulin bei.



Für den fraktionslosen Matthias Nunold sind nicht allein die durchfahrenden Fahrzeuge ein Ärgernis. „Es gibt auch Autofahrer, die parken in der Fußgängerzone.“ Deshalb sollte man mit einem Poller vor dem Hallplatz beginnen. „Andere Städte nutzen das System der versenkbaren Poller schon längst. Rund 40 000 Euro solle man für die Sicherheit investieren.“ Ingrid Kaiser (FDP) sagte hingegen, sie fühle sich in der Zweibrücker Fußgängerzone durch Fahrzeuge „nicht bedrängt“. Sie sprach sich eher für mehr Kontrollen in diesem Bereich  aus.

Mehr Kontrollen in der Fußgängerzone hatte die Verwaltung in eine Vergleichsrechnung auch mit aufgenommen. Dabei waren die Kosten für automatisch versenkbare Poller (195 000 Euro), mechanische Poller (236 000 Euro) und mehr Personal für die Kontrolle (250 000 Euro) für einen Zeitrahmen von fünf Jahren gegenüber gestellt worden.

„Mir fehlen die Worte“, ärgerte sich Kurt Dettweiler (FWG) über diese Zusammenstellung. „Wir reden doch nur über einen Poller am Hallplatz.“ Es gehe um die Vergleichbarkeit der Möglichkeiten, verteidigte der Oberbürgermeister die Aufstellung der Fachbehörden. „Wir sollten bei allen Problemen fragen, ist es ein Problem, dass wir lösen müssen“, sagte Christoph Gensch (CDU). Seiner Meinung sei das Problem nicht so groß, dass es eines so großen finanziellen Aufwandes bedürfe. „Die Maßnahme steht in keinem Verhältnis zum Problem.“