| 22:33 Uhr

Fahrer von weißem Mercedes gesucht
Polizei jagt Todesfahrer

Bei dem Unfall auf der A 8 starb ein 13 Jahre alter Junge auf dem Beifahrersitz eines Motorrades. Der Fahrer der Maschine (der Vater des 13-Jährigen) wurde schwer verletzt. Der Unfallverursacher flüchtete. Es dürfte sich bei dem gesuchten Fahrzeug um einen weißen Mercedes SLK handeln.
Bei dem Unfall auf der A 8 starb ein 13 Jahre alter Junge auf dem Beifahrersitz eines Motorrades. Der Fahrer der Maschine (der Vater des 13-Jährigen) wurde schwer verletzt. Der Unfallverursacher flüchtete. Es dürfte sich bei dem gesuchten Fahrzeug um einen weißen Mercedes SLK handeln. FOTO: dpa / Stefan Puchner
Zweibrücken. Nach dem Unfall auf der A 8, bei dem ein 13 Jahre alter Junge starb, fahnden die Beamten nach dem Fahrer eines weißen Mercedes. Es liegen zahlreiche Hinweise von Zeugen vor. Die Ermittler appellieren an das Gewissen des Flüchtigen. Von Mathias Schneck

Ein Thema beherrschte gestern viele Gespräche in der Fußgängerzone: der tödliche Unfall auf der A 8 bei Zweibrücken am frühen Sonntagnachmittag. Bei den Bürgern herrschte Entsetzen darüber, dass ein 13 Jahre alter Junge bei dem Unfall starb, dessen Vater schwer verletzt wurde – und auch darüber, dass der Unfallverursacher flüchtete. „Hoffentlich kriegen sie den!“, war immer wieder zu hören.

Die Polizei ermittelt unter Hochdruck. Gesucht wird der Fahrer eines weißen Mercedes, der nach dem Unfall auf der Autobahn in Richtung Saarland fuhr. Es liegen bereits zahlreiche Hinweise auf den Flüchtigen vor, teilte die Polizei gestern mit. Aufgrund der Zeugenbeschreibungen richten die Beamten ihren Blick unter anderem auf das Mercedes-Modell SLK. Es könnte sich bei dem Fluchtfahrzeug um ein neueres Modell handlen. Die Beamten fragen bei Werkstätten nach, ob dort ein Fahrer mit einem beschädigten weißen SLK vorgefahren kommt und Schäden beseitigen lassen will.

Das Online-Portal von „bild.de“ meldete gestern, die Polizei habe bereits zwei Fahrer eines SLK aus dem Saarland ins Visier genommen, jedoch habe es an deren Auto keinen entsprechenden Schaden gegeben.



Die Ermittler wollen die Schlinge nun immer enger ziehen – dem Flüchtigen dürfte es schwer fallen, den Schaden an seinem Auto über längere Zeit geheim zu halten;  indes setzen sie darauf, dass der Todesfahrer doch noch zur Besinnung kommt und sich stellt. „bild.de“ zitiert die Beamten mit den Worten: „Wir appellieren an das Gewissen des Autofahrers, sich zu melden. Alles andere macht es nur noch schlimmer.“

Schlimm war das Unfallgeschehen für die Augenzeugen und die Rettungskräfte, die kurz darauf herbeieilten. Der Fahrer des weißen Autos krachte in das Motorrad, auf dem der 37 Jahre alte Vater und sein 13-jähriger Sohn saßen. Die Maschine, eine Harley Davidson, geriet ins Schleudern und prallte gegen die Mittelleitplanke, Vater und Kind wurden durch die Luft geschleudert, die Maschine fing Feuer. Der Junge wurde bei dem Unfall getötet, der Vater kam mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus,  (wir berichteten gestern), laut „bild.de“ ist der 37-Jährige, der aus dem Bereich Kirchheimbolanden kommt, inzwischen außer Lebensgefahr.

Die Feuerwehr sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass sie um 14.56 Uhr von der Rettungsleitstelle in Landau alarmiert worden und daraufhin mit 23 Mann, verteilt auf sechs Fahrzeuge, ausgerückt sei. Die Helfer löschten das brennende Fahrzeug und halfen der Polizei bei den Absperrmaßnahmen – die Autobahn musste für mehrere Stunden gesperrt werden, damit die Ermittler Spuren an der Unfallstelle (in Fahrtrichtung Saarland zirka 500 Meter hinter der Auffahrt Zweibrücken-Ernstweiler) sichern konnten.

Zeugenhinweise nimmt die Polizeiinspektion in Zweibrücken unter der Telefonnummer (0 63 32) 97 60 entgegen.